Vorrede.
Sondern wird sich vornehmlich dahin bestreben, daß er von Grunde des Hercus und mit rechtem Verstande fingen möge. Er siehet zu, wie sein Herz zuvor mit dem göttlichen Lobe erfüllet seyn möge, welches hernach der Mund mit Lobgesängen aussprechen soll. Er suchet erst voll Geistes zu werden, damit er hernach dem HErrn die rechten geistlichen Lieder spies len könne. Ephef. 6, 18. 19. Solch Singen, wie der fel. utherus sehr wohl erinnert, muß nicht allein mit dem munde gesehen, oder ohne allen Verstand, wie eine Harfe oder Pfeife Flingt, Tom. III. p. 468. b. Es muß alles, sagt der gottfel Herr Arndt, fein anddchtig, geistlich), und aus Grund des Hergens geschehen, nicht nur ein äusserlicher Schall und Gepränge seyn. Wahr. Christ. 2 Buchy, cap. 43. p. 321. Geschicht das nicht, so wird ein äusserlich Werck daraus, worinnen sich das Ohr mehr an dem süssen Klange, als das Herz an dem göttlichen gobe ergdhet, worüber, daß es ihm einigemal begegnet, Auguftinus bitterlich flaget. Vid. B. Gefnerus Medit Gener. Pfalt. p. 490. Lind was wirden sodann auch die lieblichsten Lieder vor GOtt anders feon, als ein Geplerr, welches Er hasset? Amos 5, 23. Um deswillen haben die Alten gar fein erinnert:
Non vox, fed votum, non cordula Mufica, fed cor: Non clamans: fed amans cantat in aure Dei.
Welches überhaupt zu teutsch so viel heissen möchte:
Vergeblich singt allein der Mund,
Wo es nicht geht aus Sergens Grund.
Siche Weftmeri Concil. Script.& c. pag. 853. Das wahre feb GOttes, spricht Herr D. Heinrich Müller, liegt im Herzen und Glaus ben, Verlangen und in der Liebe: Das rechte Singen( Gaitenspiel) liegt im freudigen Geißt. Das heißt denn nach dem 62. Psalm in der Stille GOtt loben, wenn der verborgene Grund des Hergens vom Heiligen Geist mit Freuden überschwemmet wird, daß er sich in GOttes Lob gank und gar ergieffen will. Viele meynen, wenn sie nicht in der Kirchen fiken und singen, so sen es auch kein Lob Gottes. Ach nein! das Lob( Ottes bestehet vielmehr im innerlichen Seusten des Geistes, als in der lauten Stimme des Mundes. Ein herzliches Seufßer lein klinget oft vor GOtt besser, als ein hohes und lautes Geschren. Der Heilige Geist muß den fob Gejang hers aus treiben. Er selbst muß durch unsern Mund beten und singen. JA das Herz voll Geistes, voll himmlischer Freude, voll Erkenntniß GOttes, so wird der Brunn bald überlaufen, da kann denn der Mund nicht schweis gen, wie David spricht: Psalm 116, v. 10. Jch glaube, darum rede ich. Wie kann das Hertz schweigen, in welchem Chriftus und sein Geist redet? Ist der Grund im Herken gelegt durch die Erkenntniß der Güte GOttes, To dencfets, bichtets und laufts aber vor Andacht und Freude; Ergeußt sich wie ein Strom; Wird ein Schak, daraus man viel Gutes kann hervor brin gen. Oft fühlet bas Herk mehr, als der Mund tann aussprechen. So unends


