Gebete bey verschiedenen Umständen.
duld, Mistrauen und Kleinmüthigkeit reget. Vergieb es mir um Chrifti willen, wo ich irgend durch ängstliches Zagen und Murren mich an dir verfündiget habe, und schenke mir die Geduld, die mir so nöthig ist. Laß mich oft an deine Verheißungen gedenken, und laß mich die Kraft derselben an meinem Herzen erfahren, damit ich mit fester Ueberzeugung glaube: ,, du werdest meiner nicht vergessen, du werdest mich nicht verlassen noch versäumen." Du willst nicht, daß ich mein gegenwärtiges Leiden gering schågen, oder unempfindlich dagegen seyn soll. Aber gieb auch, daß ich dasselbe nicht als ein Zeichen deines Zorns und deiner Ungnade ansehe, sondern solches als eine weise und väterliche Züchtigung, so von deiner Hand kommt, verehre. Laß mich fest überzeuget werden, daß diese Krankheit nach deiner weisen Fügung mein wahres Seelenheil und den christlichen Vorsatz befördern muß, am meisten nach dem zu trachten, das droben ist. Gieb mir aber auch den freudigen Troft, daß du zwar Wunden schlägst, fie aber auch wieder heilest, und daß der Lohn derer, die in Trübfalen aushalten, groß seyn wird. Erwecke mich daben, immer auf das Muster meines Erlösers zu sehen, der dir gehorsam war bis zum Tode, ja zum Tod am Kreuz: damit ich nach seinem Exempel wahre Gelaffenheit und Geduit beweise, und von dir und dei ner Huld nicht geschieden werde. Amen.
Um Ergebung in den göttlichen Willen. Großer Gott, der du die ganze Welt, und die Schick
fale eines jeden einzelnen Menschen mit der höchsten Weisheit regiereft! ich bin überzeugt, daß auch diese Krankheit, auch diese Leiden, die mich betroffen haben, unter der Aufsicht deiner gnädigen Vorschung stehen: fo gieb denn Gnade, daß ich nicht meinem, sondern deinem Willen folge. Laß mich stets bedenken, daß dein Wille ein guter und gnädiger Wille ist, der immer mein Bestes wählet. Ach! wie oft will mein Herz den Jerweg, und wie felten will es sich deine Wege wohlgefallen lassen! Ziehe mich
zurück,


