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Weimarisches Gesangbuch : nebst einigen Gebeten zur öffentlichen und häuslichen Andacht / [[mit] Vorrede von J. G. Herder]
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Beicht und Communion: Gebete.

des Sohnes Gottes, der mich geliebet, und sich selbst für mich dargegeben hat. Ich will die Küste der Welt fliehen; du wirst mich stärken, alle Reizungen derselben zu besiegen; denn deine Liebe ist stärker als der Tod. Ich will, als dein Erlöseter und Jünger, deinen edlen, tugendhaften Sinn annehmen. Dir kann ich deine Liebe in Ewigkeit nicht vergelten, aber meiner nöthleidenden Brüder mich erbarmen, Bekümmerte erfreuen, ihnen Dienstgefälligkeiten erweisen, in meinem Berufe müß­lich werden, den Fehlenden seine Fehltritte verzeihen: dazu wird es mir nie an Gelegenheit und Vermögen fehlen. Mit Freuden will ich dir diesen Beweis mei­ner Dankbarkeit gebeu, der dir so wohl gefällt. Kei­nen meiner Mitmenschen will ich hassen, verachten und Frånken; denn sie sind alle in deinen Augen eben so theuer geachtet, als ich, und du haft für sie, wie für mich, dein theures Leben aufgeopfert, und dein Blut vergoffen. Göttlich groß ist deine wohlthätige, allge meine, großmüthige Menschenliebe! Dieß sey das Mu­ster, nach welchem mein Herz gebildet werde. Erreichen werd ich es nie, ich kenne meine Schwäche: aber so nahe will ich ihm zu kommen suchen, als es in dieser Schwach­heit und nach meinen Umständen seyn kann. Auch meine Gemächlichkeit, meine Ruhe, meinen eigenen Nußen will ich dem gemeinen Wohl meiner Brüder aufopfern. Und wenn mir meine redlichsten Bemühungen mit Undank vergolten werden; wenn man mich um guter Thaten willen verachtet und verspottet: so will ich mir es für die größte Ehre schäßen, um der Wahrheit und des Guten willen zu leiden. Mit Sanftmuth will ich dem Verfol ger begegnen; schweigen will ich, wenn man mich schimpft; geduldig seyn, wenn mich die Bosheit kränkt und ver leumdet. Glücklich, wenn ich mich eines guten Gewi sens, und deiner allerhöchsten Gnade getrösten kann, will ich, wie du, meinen ärgsten Feinden großmüthig verzei hen, und beten: Vater, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. Findet es mein himmlischer Vater für gut, mich mit wohlthätigen Schmerzen zu prüfen,

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