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Weimarisches Gesangbuch : nebst einigen Gebeten zur öffentlichen und häuslichen Andacht / [[mit] Vorrede von J. G. Herder]
Entstehung
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6.1

Beicht, und Communion: Gebete

ner Sünden und meiner seligen Auferstehung gewiß! So gewiß werde ich in ewiger Freude und Seeligkeit mit keib und Seele bey dir seyn, so gewiß du von den Todten er­standen und gen Himmel gefahren bist. Denn darauf hab ich deinen Leib und dein Blut empfangen, und nun foll mich nichts von dir scheiden in der Welt, weder Freude noch keid, weder Freund noch Feind, weder le­ben noch Tod, weder Hohes noch Tiefes, weder Gegen­wärtiges noch Zukünftiges. Herr Jesu! du bist mein und ich bin dein; der Sünden Feind will ich seyn und dir leben und sterben. So laß die nun das Dankopfer meines Herzens und Mundes gefallen, bis ich einft zu dir komme, und dich in der Ewigkeit würdiger preise. Amen.

Erneuerung des guten Vorsatzes nach genossenem heiligen Abendmahl.

So habe ich denn, mein Gott und Heiland, mich heute aufs neue mit dir verbunden. Ich habe deinen Leib und dein Blut empfangen als ein Unterpfand dei­ner Liebe und Gnade. Bewahre mich, mein Erlöser, daß ich dieses Glück nicht wieder verliehre. Ich erken­ne es, wie sehr ich verbunden bin, dir mein ganzes Leben zu widmeh. Ich kann nicht zufrieden, nicht glücklich seyn, wenn ich noch der Sünde diene; ich fan dein Eigenthum nicht fenn, wenn ich noch vorsegliche Lafter begehen kann. Solltest du darum so viele Ungst und Schmerzen erduldet haben, damit ich desto forglo­fer meinen Küsten folgen könnte? Fern sen es von mir, diesen lästernden Gedanken je in meine Seele kommen zu lassen! Mein, ich darf nicht lieben, was du häsfest; ich muß gesinnet seyn, wie du, mein edelmüthiger Er­retter, wenn ich deiner höchsten Gewogenheit nicht ganz unwürdig seyn soll! Und so sage ich dir denn, wie ich es schon fenerlich gethan habe, aufs neue und aus dank­erfüllter Secle, Liebe und Gehorsam zu. Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebet in mir. Was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben