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Weimarisches Gesangbuch : nebst einigen Gebeten zur öffentlichen und häuslichen Andacht / [[mit] Vorrede von J. G. Herder]
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Vorrede.

so bleibt doch jedem Lehrer und Zuhörer die Wahl übrig, auch aus ihnen das Beste zu wählen. Was nicht für ihn ist, ist für einen andern.

Um diesen Liedern einen guten Eingang zu verschaffen, merke man sich folgendes: 10th box

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1) Kein Lehrer zeige für die jüngeren Lieder eine solche Vorliebe, daß er die Alten vergesse und ausschließe. Er denke, daß viele Zuhörer sind, die mit ihnen erwuchsen, und sich an ihre Ausdrücke gewöhnten. Diese schone er und bequeme sich nach ihnen.

2) Wo aber im ersten Theil des Gesangbuches ihm Lieder zu seiner Materie fehlen,( welches oft der Fall is;) oder wo im zweiten Theil ein Lied vorhanden, das feine Materie viel würdiger, klarer und schöner ausdruckt; da bediene er sich des besseren Liedes und wende es auch in seis ner Predigt auf eine schickliche Weise an. Mit den leich, testen Gefängen thue er dieses zuerst; sie haben meistens auch schöne Melodien; und es kann nicht fehlen, daß nicht ein gutes Lied, wenn es im Chor der Gemeine nach einer schönen Melodie gesungen wird, das Gemüth auf wecke und erhebe, mithin sich selbst empfehle.

3) Die Schule muß hiebei der Kirche Helfen. Von Jugend auf müssen die Kinder, so wie aus alten, so auch aus diesen hinzugekommenen Gesängen trefliche Verse auss wendig lernen; sie gewinnen dadurch einen Schatz von Lehs te und Unterweisung für ihr ganzes Leben. Hat man fie inne, so lernt man die Predigt und auch die Bibel mehr alyinG

verstes

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