Vorrede.
IV
gen Gesichtspunkte zu beurtheilen, hat man für. nothig erachtet, dem Publikum diejenigen Grunds faze, welche man sich bei der Wahl der in dasselbige aufzunehmenden Lieder zur Regel gemacht hat, hier kürzlich vorzulegen.
Da das Gesangbuch bei den meisten Christen nebst der Bibel die einzige Quelle ihrer Belehrung und Erbauung ist, so hat man es für unumgängliche Pflicht gehalten, dabei auf die Klasse von Mens schen, welche bei weitem den größten Theil der christlichen Gemeinden ausmacht, vorzügliche Rücks sicht zu nehmen, und deswegen
1.) Bei der Wahl der Gesänge nicht sowohl auf dichterische Schönheiten und Stärke der Gedans ken und des Ausdrucks, als vielmehr auf edle Eins falt, Richtigkeit und Faßlichkeit derselben geses hen. Aus eben dem Grunde hat man
2.) diejenige alte, allgemein bekannte und bes liebte Lieder unsers bisherigen Gesangbuchs, welche entweder schon glücklich verbessert waren, oder durchs Veränderung einzelner Wörter und Redensarten leicht so verbessert werden konnten, daß sie nichts anstoffiges mehr enthielten, beibehalten, wenn sie gleid) übrigens feine vorzügliche dichterische Schöns heiten hatten.- Dahingegen aber
3.) alle diejenigen Lieder, welche unrichtige, der Hoheit und Würde der Religion nicht angemessene Vorstellungen von Gott und göttlichen Dingen, oder niedrige, tåndelnde, dunkle, übertriebene und mys stische Bilder und Redensarten enthielten, welche den gemeinen Mann leicht zu Irrthümern verleis ten, den einsichts und geschmackvollen Christen aber Anz


