Nachdenken über das heil. Abendmal. 17 Barmherzigkeit und Freundlichkeit, soll mich nun auch in dem Fleiß aller der edlen Werke stärken die mir die Religion dieses meines Heilandes gebeut; und deren Summe ist, Menschenliebe, gebildet nach dem Muster Gottes.
Noch andere Abendmals Betrachtungen.
1) Auch ich, der ich dieß gesegnete Brod effe, und aus diesem Becher trinke, gehöre zu denen, welche Gott so geliebet, daß er feines eingebornen Sohnes nicht verschonet hat. Auch auf mich siehest du, o Gott, mit.n Wohlgefallen, herab, da ich die Siegel deiner gnädigen 13. Wirkungen, in der Besserung und Heiligung meiner Seele an mir sehe. Mein ist der Reichthum deinerard Erbarmung für meine vormaligen Sünden. Auch bu mir beweisest du väterliche Nachsicht: auch mich wirst hea du unsträflich bewahren bis ans Ende.-Mein ist die ganze Fülle deiner Macht und Liebe! so gewiß, als ich dieses Brod effe und diesen Wein trinfe.
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2) Herr! vor deinem Throne in den Staub hin: geworfen, flehe ich: Laß jenen grofen Endzweck us Leis dens und Todes meines Heilandes, mich dadurch n zum Gliede feines eigenthümlichen Volks zu machen, welches recht eifrig in allen Tugends thaten ſey.- Diesen Zweck laß mir stets, stets vor Augen schweben. Laß mich seinen Tod, seine Reli: gion ben jeder schicklichen Gelegenheit mit dem Munde preisen; ihn bis an den lezten Hauch meines Lebens, als mein theuerstes Kleinod erheben. Laß mich ihn aber auch vornehmlich mit meinem Wandel preisen! Ach, dieser werde immer mehr ein Abdruck seines Musters, und deines grosen Erempels, o Bater!
3) Laß mich insbesondere immer mehr der redliche, herzliche, allgemeine Freund deiner Menschen werden, der Er war, und der Du bist!
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