16 Nachdenken über das heil. Abendmal.
Auf feine eindrücklichere und gegen alle Zweifel und Beforgnisse des Gewissens mehr gesicherte Art, hätte mich Gott überzeugen können, daß ich bey redlicher Besserung der Seele und des Lebens, auf das Verdienst Jesu mein Vertrauen sezen, und durch diesen Glauben gerecht und felig seyn soll.
So will ich dann, o du ewige Liebe! dich mit einem demüthigen und starken Vertrauen ehren. Fest will ich glauben, Dir glauben, damit ich auch die Gerech: tigkeit von dir erlange. Dieß sey mein Trost bey den noch übrigen so mannigfaltigen und großen Mäns geln und Flecken meiner Liebe und meines Gehorsams.
2) Nun ist dann auch meine Hoffnung des ewis gen Lebens um so viel fester.- Dieß soll mir ein neuer Zügel für die Sünde und ein neuer Sporn zu allem Guten werden.
3) Eine solche Barmherzigkeit meines Gottes, und eine solche Seligkeit, soll mich dann auch mit neuer Geduld und Muth bewaffnen. Bey den Beschwers den und Belästigungen meines Leibes; ben den vielen Widerwärtigkeiten des Lebens; bey den Beunruhigung gen und Mühseligkeiten meines Standes und Berufs; bey den beschwerlichen und gefahrvollen Kämpfen wider die Sünde; Da, und sonst allenthalben, wo ich die Last dieser Wanderschaft fühle, will ich auf dich blicken, Sohn Gottes, der du selbst durch Leiden zu einem gütigen Regenten deiner Menschen eingeweihet
worden!
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Bantula
4) Durch Gottes Gnade kann ich auch von mir sagen: Mir ist viel, sehr viel vergeben! Ach, mögte ich doch auch sagen können: Darum liebe ich dich auch viel! Du, o Gott, wirst mit meiner Schwachheit gnädiges Erbarmen trogen, und ihr gnädig aufhelfen!
5) Solche unermeßiche Herablaffung, Langmuth,


