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der Vernunft bezáhme und beherrsche ich die Thiere des Feldes. Mit der Vernunft bewundere und benuße ich die schönen Werke deiner wundervollen Schöpfung. Mit der Vernunft sehe ich den Zusammenhang der Dinge ein, und erhebe mich von dem Sicht: baren zu dem Unsichtbaren, und erkenne dich, den Urheber des Weltalls, den Vater aller Menschen, und dein heiliges Geset, das du mir ins Herz schriebst, und schwinge mich empor zu dir im Gebethe, und blickt in die ferne Zukunft, und sehe getroft über Tod und Grab in das bessere Vaterland. O Gott! ich finde nicht Worte genug, meine Freude hierüber auszudrücken, meine Ehr: furcht, Liebe und Dankbarkeit gegen dich zu äußern. Ich soll dich aber nicht bloß mit dem Munde preifen, sondern durch Gesin: nung und That ehren; im Geiste und in der Wahrheit soll ich dich anberhen. Ich will daher besorgt seyn, daß ich den Leib, welchen du so vellkommen gebildet hast, durch tein, Laster schwäche, durch keine Ausschwei fung verunehre, durch keine Unordnung zer: rutte. Ich will meine edlen Sinne und


