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Morgen- und Abendopfer in Gesängen / von Johann H. Witschel
Entstehung
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Was euch zurück vom groffen Frieden treibet? Ists Glaube, Wahrheitsliebe, Frömmigkeit? Wie? soll das Laster eure Tugend frönen? Die Finsterniß besteht nicht vor dem Licht. Gebt euch gefangen, wo der Geist entscheidet Und schweiget still, wenn Jesus Christus spricht. Auf eure Bücher seyd ihr nicht getaufet, Die Zeit der Katechismen ist vorbey.

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Der Meister spricht!- in Einfalt und in Würde. Was wollt ihr noch mit eurem Allerley! Der Kirchenvater muß zurücke stehen, Wenn der Apostel auf den Lehrstuhl tritt. Und welch Konzil vermag den Geist zu dâmpfen, Da wo die Wahrheit ihren Kranz erstritt? Mein Joch ist sanft, spricht unser Herr und Meister Und daran árgert sich der After Christ.

Der Mensch ist mit dem leichten nicht zufrieden, Er häuft die Laft, bis er beladen ist.

Die Wahrheit lebt; o laßt euch nicht bethören, Der Kranz ist welf, den euch der Irrwahn flicht. Wollt ihr den Ruf des Zeitgeists überhören? Ihr werdet sterben, doch die Wahrheit nicht. Dann tritt der Enkel falt an eure Urne Und spricht euch noch im stillen Grabe Hohn. Und eine freye Nachwelt fühlt im Herzen:

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