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Morgen- und Abendopfer in Gesängen / von Johann H. Witschel
Entstehung
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Mit stiller Ahnung blick ich auf die Woge, Die langsam schon dem Ufer näher treibt. Der Sturm verhallt. Die Elemente schweigen. Der Schaum zerrinnt. Die flare Sonne

bleibt.

Triumpf! fie blickt durch die zerrißne Wolke Und strahlt umher in milder Seligkeit, Und feyert im verklärten Meeresspiegel Den Tag des Siegs und ihre Herrlichkeit.

Heil dir, Glück zu! die Nacht ist hinge­schwunden,

Der Sturm der Zwietracht, schöne Christenwelt. Du blickest heiter in die lichte Ferne; Ein guter Geist hat deinen Tag erhellt. 15040 Der alte Dom erscheint im jungen Glanze, So schön, wie ihn Johannes kaum geträumt:*) Denn was der breite Strom der Zeit versandet, Das wird mit rascher Kraft hinweggeräumt. Er öffnet sich. Die Herzen sind versöhnet. Mit Palmen zieht die Schaar der Christen ein. Ein Engelchor befrånzet ihre Priester Und Gott ist da im süssen Freudenschein.

*) Offenb. Joh. 21.