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Richtet nicht! o diese hohe Lehre,
Wohl dem Menschen, der sie nie vergißt, Und der in der groffen Welt.- der Schwachen Weislich glaubt, daß er kein Engel ist. Sanftmuth ziemt dem Weisen, Mitleid, Hülfe; Denn die bösen Menschen sind nur krank, Und wer wollte låstern, wenn ein Blinder Etwa aus unreiner Quelle trank? Vater, schenke mir die hohe Liebe, Die den Schwachen mit Geduld ertrågt, Jene Liebe, die im Kreis der Sünder Ihre eigne Schwäche still erwägt. Laß mich gut seyn auf der Lebensreife, Auf mein Herz und nicht auf Andre sehn; Und wenn tausend ihren Pfad verlieren, laß mich auf geradem Wege gehn.


