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Blick ich auf Herr über Tod und Leben,
Prüfe mich, wie ist mein Herz bestellt? Bebt es nicht vor dir, dem ewig Nahen, Nicht vor dir, dem Richter aller Welt? Hab ich fromm und treu den Bund gehalten, Den ich weislich mit mir selbst gemacht? Hab ich ohne Fehl gerecht gehandelt, Ohne Tadel meine Pflicht vollbracht? Hat nicht Thorheit, Leichtsinn und Begierde, Hochmuth, Mißgunst, Eigennuß und Wahn Mich von dir, dem guten Geist, entfernet Auf der ungewissen Lebensbahn?
Habe ich für meinen Geist gewuchert Mit dem Pfund, das deine Huld mir leiht? Ist mein Herz an Tugend reicher worden, Und dadurch an innrer Seligkeit?
Ja, ich fühl es, Gott, zu deinem Frieden Leitet nur der Tugend steile Bahn.
Doch wo schlägt das reine Herz auf Erden, Das sich keiner Sünde zeihen kann? Du allein bist immer gut und heilig, Du alleine wohnest in dem Licht, Du bist weise, bist vollkommen Vater, Aber wir im Staube find es nicht. Doch dir immer ähnlicher zu werden,
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