Druckschrift 
Morgen- und Abendopfer in Gesängen / von Johann H. Witschel
Entstehung
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ig 2 b en d.

In den groffen Schattenschleyer Hüllet Feyerlich die stille Erde sich. Wieder ist ein Tag hinabgefunken­Herr des Lebens, du erforschest mich. Immerdar, ich gehe oder liege, Bin ich, unsichtbarer Geist, vor dir. Und auf jedem Lebenspfade schweber, Richter, deine Waage über mir. Stillverschwunden gleiten meine Tage, Wie verwelkte Blåtter in dem Bach, Hin, auf ewig hin, im Strom der Zeiten, Und wer weiß, bald folgt der letzte nach. Liebe Seele, unter allen Schätzen. Ist der größte deine Lebenszeit. Ach! du kannst sie nicht zurück erkaufen; Denn ihr Wesen ist Vergänglichkeit. Sieh, mit jedem leifen Tritt verrinnet Unvermerkt fie hinterm Wanderstab,

Und kaum hat der Mensch den Lauf begonnen, So erscheint ihm schon das Ziel- das Grab.

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