Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. 21
güte! Ist der ein mensch, den fülle, Stell ich sein bildniß fie nicht rührt? Der mit ver- in mir her. Lebt seine lieb härtetem gemüthe Den dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine liebe zu ermessen, Sey ewig meine größte pflicht. Der herr hat mein noch nie vergessen; Vergiß, mein herz, auch seiner nicht.
in meiner feele, So treibt sie mich zu jeder pflicht, Und ob ich schon aus schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die sünde nicht.
6. O gott, laß deine gut und liebe, Mir immerdar vor augen seyn! Sie stark in mir die guten triebe, Mein ganzes leben dir zu weihn, Sie tróste mich zur zeit der schmerzen, Sie leite mich zur zeit des glücks, Und sie besieg in meinem herzen Die furcht des letzten augenblicks. Langmuth und Geduld Gottes.ja met. Un Wasserflüssen Babylon. 29. Getreuer gott! wie
viel geduld Ers zeigest du uns armen! Wir häufen täglich unsre schuld; Du háufest dein erbarmen. Was ist des menschen lebenss lauf? Er ist verderbt von jugend auf, Sein sinn ist dir entgegen, Und doch, o vas ter, suchst du ihn Von seinen fünden abzuziehn, 3ur reue zu bewegen.
2. Der menschen elend jams mert dich; Selbst, wenn sie sich verstocken, Willst du sie dennoch väterlich Durch gute zu dir locken. Wie lange sahst und riefest du Nicht ehmals deinem volke zu, Daß sich ihr herz bekehrte! Wie trugst du nicht so lange zeit Die erste welt mit gütigkeit, Eh sie die fluth verheerte!
2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der gott, der meis ner nicht bedarf. Wer hat mit langmuth mich geleitet? Er, dessen rath ich oft verwarf. Wer stärkt den frieden im gewissen? Wer giebt dem geiste neue fraft? Wer läßt mich so viel glück genießen? Jsts nicht sein arm, der alles schafft.
3. Schau, o mein geift, in jenes leben, 3u welchem
du erschaffen bist, Wo du,
mit herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein recht zu diesen freuden, Durch gottes gute sind sie dein; Sieh darum mußte Christus leiden, Damit du könntest selig seyn!
4. Und diesen gott sollt ich nicht ehren? Und seine gute nicht verstehn? Er sollte rufen; ich nicht hören? Den weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein will ist mir ins herz geschrieben, Sein wort bestårkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben, Und mei nen nächsten gleich als mich.
5. Dies ist mein dank, dies ist sein wille: Ich soll vollkommen seyn, wie er. So lang ich dies gebot er:


