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Geistliche Lieder, Gebete und religiöse Betrachtungen / von Elisa von der Recke
Entstehung
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Wenn nun in dem Verzeihen, in der Nicht­vergeltung des uns zugefügten Unrechtes, in der Liebe zu dem Feinde, mit einem Worte, in der leidenden Tugend sich die Kraft Gottes in uns bewährt: so offenbaret sich dieselbe noch hel­ler und lebendiger in den Thätigkeiten eines wahr­Liebe und Friede, haft frommen Gemüthes. thätige Liebe, erworbener Friede walten in dem Wirkungskreise eines solchen Gemüthes. Hand­lungen der Wohlthåtigkeit bezeichnen den Lebens­gang der würdigen Seele, mit der Gott ist.

Der wahre Menschenfreund, wenn er selbst nicht retten kann, wenn die Kräfte seines Ver­mögens nicht hinreichen, das Elend des Flehen­den zu mildern, der die Hand nach ihm aus­streckt, wird durch kräftige Theilnahme, durch Zuspruch, Rath, Fürsprache, oder was sonst für Mittel ihm zu Gebote stehen, die Leiden des Unglücklichen zu erleichtern suchen. Man

kann mit leerer Hand schon Vieles geben," sagt ein Weiser. Der wahre Menschenfreund wird mit anspruchsloser Leutseligkeit unter den Seini­gen wandeln; der Friede wird mit ihm sein, auch wenn er mit unfriedlichen Charakteren in Verbindung steht. Stets wird er uneigen­

nüßig handeln, wie nahe ihm auch Lockungen zum Eigennuß liegen; er wird nachgebend, wohl­

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