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Geistliche Lieder, Gebete und religiöse Betrachtungen / von Elisa von der Recke
Entstehung
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ruhig und anspruchlos mit frommer Heiterkeit in sich einen Himmel anbauen, in welchem der Friede wohnet, wo die Liebe waltet; er wird uneigen­nüßig und edel die Menschen lieben; wohlwol­lend, schonend und helfend auch denjenigen sich nahen, die da irren und fehlen, die unverträg­lich den Frieden der Andern sidren.

Wenn mitten unter den Erscheinungen einer Harten, trauervollen Zeit ein edles Haupt sich er­hebet, das innig Gottes Willen erkennet und Gott nachahmt, Segen und Wohlthat spendend, wo­hin es sein Auge wendet, und Anstalten grün­dend, die auf das vielseitige Heil ſeiner nahen und fernen Mitmenschen hinstreben; dann wird die theilnehmende Seele, die so gern sich des Wohls der gesammten Menschheit erfreut, den erscheinenden Gott der Liebe in solchem Ereigniß erblicken! sie wird dankend niederfallen und an­beten den hohen Lenker menschlicher Schicksale. Aber pldßlich hinweggenommen wird das würdige Haupt aus dem Kreise seiner wohlthätigen Wirk­samkeit, von dem Flor seiner blühenden Stiftun­gen. Des Segens Quelle versiegt nun; ver­stummt ist die Engelstimme der Liebe, welche zur Eintracht, zu wechselseitigem Wohlwollen die Her­zen berief; gewichen ist der Friede von dem ge­weihten Raume, wo die gottselige Seele waltete;

Univ Bibl. Giessen