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Kindheit mußten mir dazu dienen, die Kräfte des Geistes und Gemüthes in mir zu wecken, und in der Folgezeit zu kräftigen und zu stärken. Früh führte der Herr und Lenker meiner Lebenstage edle Freunde mir zu, die meine Vorstellungen von Recht und Unrecht durch Lehre und Beispiel berichtigten oder erhoben. Einladende Vor- m bilder der Tugend begegneten mir, um mich zur Nacheifrung zu begeistern; ich sah in ihrem heiligen Frieden die stille Seele ruhen, die unbe- pid lohnt und selbst verkannt, beharrlich den finn lichen Neigungen widerstand, und die schwersten und Pflichten ausübte. Dann aber traten Erschei nungen des Unrechtes mir in den Weg: da sah ich nun, wie dieses selbst unter den süßen Liebkosungen des sogenannten Glückes, der Glückseligkeit ermangelte, welche der Antheil einer edlen Handlungsweise und würdiger Bestrebungen ist. Ich sah die dunkelhafte Selbstsucht im Wahne ihrer Sicherheit dem Falle zueilen; ich sah ihren Fall, und hörte ihre Wehklagen. Dann aber sah ich auch die Unschuld, die bescheidene Tugend im Schleier der Demuth neben dem Ge rausch der Hoffarth still ihren Weg gehen. So erschienen warnend und mahnend in meinem Lebenskreise Beispiele des Unrechtes und Vorbilder der Tugend.


