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Gesangbuch zum gottesdienstlichen Gebrauche in dem Herzogthume Anhalt-Cöthen
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zu leiden hatte, mit dem vollkommensten Gehorsam vollbrachte, und das - her am Ende seines Lebens ausrufen konnte: Es ist vollbracht! Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist! Dessen alles erinnert euch und rus fet euch sodann, von einem innigen Gefühl seiner Liebe durchdrungen, einander ermunternd zu: Preis und Dank und Ehre sei unserm vollendes ten Mittler, der sich auch für uns in den Tod dahingegeben, aber auch wieder auferstanden ist, und nun lebet bei Gott in Ewigkeit. Sein Tod müffe verkündigt werden, so weit die Welt geht. Von aller Sterblichen Lippen müsse sein Lob erschallen und der Weltkreis seiner Ehre voll wer den. So verkündiget zuvörderst den Tod Jefu Chrifti und leget damit ein feierliches Bekenntniß ab, daß ihr ihn für euren Erlöser, und seinen Tod für das große Mittel eurer Versöhnung haltet. Denn er hat durch dies sen seinen Tod vollbracht, was keiner unter allen Sterblichen vollbrin gen konnte, nåmlich ein vollkommnes und ewig gültiges Opfer für die Sünden der Welt. In ihm haben wir nun die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. Nun dürfet ihr nicht vers zagen, wenn ihr anders eure Sünden bereuet und zu einer aufrichtigen Besserung eures Lebens entschloffen seid. Ihr könnet es ihm vielmehr sicher zutrauen, daß er euch eure Sünden vergeben werde, und daß ihr nicht in das Gericht kommet, sondern vom Tode zum Leben hindurch­gedrungen feid. Eben um diesen Glauben in eurer Seele zu stärken, und euch eures Heils gewiß zu machen, hat er sein heiliges Abendmahl für alle seine Verehrer bis an das Ende der Welt eingesetzt. Er versis chert euch nämlich hier: daß sein Leib so gewiß für euch am Kreuz ges brochen und sein Blut für euch vergossen sei, so gewiß ihr hier mit Au gen fehet, daß das Brodt euch gebrochen und der Kelch des Herrn ench mitgetheilt wird. D so erhebe sich denn euer Herz zu einer getrosten Zuversicht im Glauben, und freue sich der unendlichen Liebe des Vaters und des Sohnes, der uns durch seinen Tod versöhnet und den Trost der Gnade Gottes erworben und versiegelt hat!

Zum andern so gebrauchet dieses Gedächtnißmahl der Liebe eures Heilandes zum Wachsthum in der Heiligung und zu einer völligen und gånzlichen Ergebung an ihn. Wer kann eurer Hochachtung und Liebe wol würdiger sein, ais er? Ist auch wol eine größere Liebe, als die, wenn man das Leben für seine Freunde läsfet? Und Jesus Christus hat es sogar für Feinde gelaffen. So erkennet denn diese unaussprechliche Liebe eures Heilandes und widmet ihm dafür eine gângliche aufrichtige Gegenliebe. Erneuert hier an seinem Tische den Vorsatz, daß ihr diesem Heilande ganz zu eigen sein, und daher alles, alles, was ihr noch leben werdet, nicht mehr euch selbst, sondern diesem Heilande leben wollet, der für euch gestorben und auferstanden ist. Unvergeßlich sei euch das Andenken seiner Liebe, seiner Leiden, seiner Vorschriften, seiner Ver heißungen und seiner Tugenden, und erwecke euch ohne Unterlaß zu sol. chen Gesinnungen, wodurch ihr diesem Heilande ähnlich werdet und euch feiner mächtigen Tröstungen im Leben und Sterben erfreuen könnet.