CEUTIC
der Sünden von uns wegnehmen und und die Gewißheit von der gnädigen Vergebung unsrer Sünden und von der wieder erlangten Huld und Freund, schaft Gottes verschaffen möchte. Dafür verlangt er nun aber auch, daß wir den Lehren, Vorschriften und Verheißungen dieses Heilands glauben, seine großen Verdienste mit einem dankbaren Herzen erkennen, und ihn. für den eingebornen Sohn Gottes, für den einigen Mittler zwischen Gott und Menschen und für unsern größten Wohlthäter, Herrn und Richter erkennen sollen. Insonderheit will er, daß wir die Vergebung unfrer Suns den ihm findlich zutrauen, und nicht zweifeln sollen, daß, wenn wir ans ders seinen Anweisungen folgen, wir so gewiß an den Früchten seines Tos des zu unsrer Seligkeit Theil nehmen, so gewiß wir das heilige Brodt effen und aus dem gefegueten Relche trinken. Und in dieser Absicht frage ich euch fürs andre: Erfreuet ihr euch dieser unaussprechlichen Biebe Gottes und seines Sohnes, und setzet ihr eure ganze Hoffnung auf die große Gnade Gottes, die euch zur Vergebung eurer Sünden durch das Evange lium Jesu Christi ohne alles euer Verdienst verheißen und angeboten wird? Sind das eure Gesinnungen, ist das euer Glaube; so antwortet: Ja.
Endlich das dritte, worüber wir uns vor Gott prüfen müssen, so oft wirzu dem Gedächtnißmahle der Liebe unsers Heilandes hinzunahen wol. len, sind unfre Entschließungen. Liebe fordert Gegenliebe und wir sind nicht darum von den Strafen der Sünde durch Christum erlöst worden, daß wir um so sichrer und ungestörter fortfündigen können. Das war' ein Mißbrauch der durch Christum gestifteten Ertöfung, der nur unsre Fluch. würdigkeit vermehren, und was und Gott zu einer heilsamen Arzenei für unsern Seelenschaden verordnet hatte, in ein gefährliches und tódten< des Gift verwandeln würde. Die Erlösung Jesu Christi zielet auch auf die Reinigung von der Sünde selbst. Wir sind durch Jefum Christum er lost worden, daß wir als sein erlöstes Eigenthum unser ganzes Leben seis nem Dienste widmen und den unveränderlichen Vorsatz faffen sollen, von allen Sünden immer mehr abzulaffen, und uns einer immer größern Treue in der wahren Gottfeligkeit, und in dem Nachjagen nach der Heilis gung zu befleißigen. Der Apostel Paulus versichert mit deutlichen Wor ten, daß die große Gnade, die uns in Jesu Christo von Gott erwiesen wors den, dazu dienen solle, daß wir alles ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüfte verläugnen, und züchtig, gerecht und gottselig in dieser Welt leben follen. Wollen wir demnach das heilige Abendmahl zur Versicherung unfrer Begnadigung bei Gott und der Vergebung unserer Sünden genie ßen; so múffen wir noch die feste Entschließung faffen, daß wir die Ab. fichten Gottes darunter erfüllen und uns durch Streben nach Tugend und Frömmigkeit gegen Gott und unfern Heiland in unserm ganzen Leben dankbar beweisen sollen. Und in dieser Absicht frage ich euch nun noch fürs dritte: Seid ihr wirklich willens, und könnet ihr Gott zum Zeugen eurer Aufrichtigkeit darüber anrufen, daß ihr künftig nach der Vorschrift eures treuen Heilands leben, euch ganz feinem Dienste widmen, euch in der Nachfolge deffelben üben und daher euch solcher Gesinnungen gegen


