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Gesangbuch, alte und neue Lieder in sich enthaltend / hrsg. von Joh. Anastasius Freylinghausen
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Gebete und Betrachtungen

muß, wenn deine wohlthätigen Zwecke an mir erreicht werden sollen. Laß diesen Gedanken bey allen den Vor­fållen meines Lebens, die mich zum Mißvergnügen mit deinen Führungen verleiten könnten, meiner Seele stets gegenwärtig und lebhaft genug seyn, um allen aufstei genden Unmuth zu unterdrücken. Meine Wünsche stim men freylich nicht immer mit dem überein, was du mich erfahren läsfest. Aber kindischer Unverstand würde es seyn, wenn ich darin dich meistern, wider dich mur ren, und mich unglücklich halten wollte, weil du mich nicht so leitest, als mein Herz begehrt. Die Wege, welche du mich führst, sind doch immer unendlich besser, als die, welche ich selbst zu meinem Wohlergehen wäh len würde. Rauh zwar sind sie oft, und schmerzhaft für mich, aber sicher führen sie zu Glück und Freuden. Wunderbar ist dein Rath, aber herrlich führst du alles hinaus. Denn du machst alles wohl, läsfest denen, die dich lieben, alle Dinge zum Besten dienen. Starfe mich, Bater, in diesem Glauben, in dieser Ueberzeu gung von der Weisheit und Güte aller der Wege, die du mit uns Menschen gehst. Gieb mir Weisheit, alles gut zu finden, was dein Rath für mich beschloß; Zu­friedenheit mit jeder Lage meiner äußern Umstände, worin es deiner Vorsehung gefiel, mich zu setzen; Kraft, je mehr und mehr nur das zu wollen, nur das zu wüns schen, was du willst. Laß es mich immer lebhafter empfinden, daß wahre Zufriedenheit nicht von außerm Glück abhänge; daß nur eine Seele ihrer fähig sey, die nach deiner Gnade über alles strebt, sich ihrer im Glaus ben an die durch JEsum gestiftete Versöhnung bewußt ist, heilig vor dir wandelt, dein sich freuet, und getro­sten Herzens in jene bessere Welt hinüber blicken darf. Dieß einzige, was noth ist, laß mich suchen, dazu alle deine Führungen, sie mögen meiner natürlichen Empfin dung angenehm oder unangenehm seyn, mit gewissen hafter Sorgfalt christlich nutzen. Dann wirds mir auch unter den herbsten Kümmernissen meines Lebens nie an überwiegendem Troste fehlen, und mein Tod wird einf voll Erquickung und Freude seyn. Amen.

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IV.