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Jesus mein Verlangen : ein katholisches Gebethbuch mit Belehrung und Anleitung zu einem gläubig-frommen Lebenswandel / von Dr. Aloys Schlör, Weltpriester
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und Schöpfer, hat das unendliche Recht, uns zu befehlen; daher uns, als seinen Ge­schöpfen, die unendliche Pflicht obliegt, ihm zu gehorchen. Wer aus vorsäßlicher Bosheit diese Pflicht verlegt, begeht eine unendliche Beleidigung Gottes, ein unendliches Uebel. Denn er empört sich gegen Gott, hebt gleich­sam die Hand gegen ihn auf, um mit ihm zu streiten, reißt ihm, wie der heil. Ber­nardus sagt, gleichsam die Krone vom Haup­te, um sich dieselbe aufzusetzen; ja er ver­nichtet gleichsam das Daseyn Gottes, da er " Wer so lebt, als ob kein Gott wäre. ist der Herr?" fragt der stolze Pharao. Das­selbe spricht der Sünder, wenn auch nicht mit Worten, doch durch seine Werke. Die Wol­luft, die Hoffart, die Unmäßigkeit, der zeit­liche Vortheil ist sein Gott, den er anbethet, dem er dient. O Gräuct! o Häßlichkeit der Sünde. Diese Häßlichkeit wird noch auf­fallender, wenn wir bedenken, wie der Sün­der nicht bloß höchst vermessen, sondern auch höchst undankbar gegen Gott handelt, ge­gegen( Hott, der ihn aus dem Nichts hervor­gezogen und nach seinem Ebenbild geschaf­fen hat, der ihn mit dem fostbaren Blute seines geliebten Schnes erlöset hat, der ihn in der Taufe aus dem Wasser und heili­gen Geiste wiedergeboren, zu seinem Kinde

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