270
Noth und Tod, Sturm und Ungewitter verscheuchte. ,, Jesus neigte Sein Haupt und verschied!" Das Neigen Seines Hauptes, Sein Sterben beschließt die lange Reihe von Mühe und Arbeit, welche Sein ganzes Leben erfüllte, und größer, als die Erfüllung des Gesetzes, als der Gehorsamt, welchen Er lernte, als alle Liebeswerke und Liebeswunder, welche Er an Blinden und Lahmen, an Tauben und Gichtbrüchigen, an Aussäßigen und Besessenen verrichtete, größer, als Seine Siegesworte an La zarus und des Jünglings zu Nain und des Mägdleins Grabe ist das letzte Werk des Herrn auf Erden, das Neigen Seines Hauptes und Sein Sterben. Hier erblicken wir den Wendepunkt der ganzen Weltgeschichte, der alten und der neuen Zeit; hier scheidet sich Finsterniß und Licht, Tod und Leben, Fluch und Segen. Hier strömt der Quell Seines Lebens dahin und die Wogen der Gnade umrau schen die Welt statt der Wasser der Sündfluth, die nun nicht mehr kommen soll. Hier ist der eigent> liche Brennpunkt, in welchem alle die Lichtstrahlen göttlicher Verheißungen zusammenfallen, welche seit Jahrtausenden die zitternden Menschen trösteten. Hieher schauten die ersten Sünder, als sie das verlorne Paradies hinter sich, die fluchbelastete Erde um sich und die Trümmer des göttlichen Ebenbil des jammernd in sich erblickten. Diese Stunde ahnete Abraham, als er die Verheißung des Sa mens, durch welchen der Seegen über alle Völker kommen sollte, sich zueignete; auf sie hoffte mit ihm sein ganzes Volk und alle Propheten. Hicher blickte David bei seinem Seufzen: Ich hebe meine Au gen auf zu den Bergen, von welchen mir Hülfe


