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wie der Zöllner: ,, Gott sei mir Sünder gnädig!" und bete wie David: ,, Wer kann merken, wie oft er fehle?" Herr verzeihe mir die verborgenen Fehler!" und wo sein Wort irgend eine Sünde straft, da blicke niemals um dich her, sondern in dich selbst hinein, da denke niemals an diesen und jenen, sondern an dich allein, und frage stets nur: ,, Herr bin ich's?"
Gebet.
Herr, Alwissender, Barmherziger! Wie dunkel ist des Menschen Herz, wie tief wurzelt der Sünde Unkraut in allen! Ach, da sind alle abgewichen, da ist nicht, der Gutes thue, auch nicht Einer. Wie selbst das befte Uckerfeld mit Unkrautsaat erfüllet ist, das immer wieder emporsproßt und kaum gedämpft wird von des Uckermanns fleißiger Hand, so das Herzensfeld auch der Besten unter den Menschen, Dornen und Disteln überall! Ach Herr, Du kennest auch meines Herzens verborgene Sündentiefen, und weißt, wie unwerth und untüchtig ich bin! Uber Du verstößest mich nicht, hältst meine Sünde immer bedecket unter Deiner göttli chen Geduld, und wartest nur, daß ich in mich schlage und meine Missethat nicht leugne, willst nur, daß ich die tiefen Gründe meines Herzens Dir aufdecken und erkannte und verborgne Schulden Dir bekennen soll. O wie sollt' ich zögern? Ja, ich bins, der Dich tau: sendmal verrathen hat, da ist keines Deiner heiligen Gebote, das ich nicht übertreten hätte, da ist keine Sündenfreude, zu der ich nicht låstern gewesen wäre. Ach, was hulf' es mir, mich selbst zu beschönigen, ich weiß es ja, da ichs verschweigen wollte, verschmachte: ten meine Gebeine. Wie ein fressend Gift naget die Sünde innerlich am Herzen, die ich nicht gestanden, wofür ich nicht um Gnade und Vergebung gefleht. Siehe, barmherziger Heiland, darum will ich keine mehr verschweigen und für mich behalten, sondern sie alle Dir nennen, meinen Geiz und meine Habsucht, meinen 2
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