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in der Stadt Jerusalem, unibolt 95
vernommen. Die römischen Legionen drangen wüthend auf den Tempel zu, unterhielten die immer weiter um fich greifenden Flammen, und füllten Alles mit Blut und Leichen. Titus begab sich mit einigen seiner Heerführer selbst in den Tempel, besah dessen Heiligthum und die darin befindlichen Geräthe, und fand, daß die Pracht alle Nachricht davon weit überträfe. Er erneuerte die eifrigsten Bemühungen, dieses Junere des Tempels zu retten; aber vergeblich. Der ganze Tempel war, wie Josephus bemerkt, an eben dem Tage, da der erste von den Babilonern verbrannt worden, durch die Flammen völlig verzehret. Ein allgemeiner Naub und die blutigste Niederlage verbreitete sich ohne einiges Verschonen in dem ganzen Raum des Tempels. Die römischen Soldaten pflanzten an das östliche Thor desselben ihre Kriegszeichen, brachten daselbst ihre heidnischen Opfer und riefen den Titum als Sieger aus. Anzahl Priester, welche auf einer Mauer des Tempels Sicherheit gesucht, flehete vergeblich um ihr Leben. Titus antwortete, daß die Zeit der Begnadigung geendet, und sie mit ihrem Tempel umkommen müßten.
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Die Anführer hatten sich inzwischen mit gewaffneter Hand den Weg aus dem Tempel geöffnet, und verlangten eine Un terredung mit dem Titus. Dieser erbot sich zwar, ihnen das Leben zu schenken, wenn sie sogleich die Waffen niederlegen und sich ergeben würden; als sie sich aber dessen, unter der Vorschügung eines Eides, weigerten, und einen freien Abzug verlangten, versagte er ihnen alle Gnade; übergab die untere Stadt der Plünderung und dem Feuer; undgriff den noch übrigen obern Theil derselben an, in welchen sich nun die sämmt lichen Anführer unter dem Simon und Johannes gezogen hate ten. Sobald die römischen Maschinen auch hier die Mauer durchbrachen, überfiel diesen Hartnäckigen die muthloseste Verz wirrung. Voll Furcht und Schrecken verließen sie die von ihnen besetzten sehr festen Thürme, versuchten vergeblich durch die römischen Verschanzungen zu entkommen, und verbargen sich endlich in unterirdischen Höhlen. Die Römer bemächtigten sich also auch der ganzen obern Stadt, plünderten selbige, und zündeten sie nach der entseßlichsten Niederlage unter den Eine wohnern mit Feuer an. Dieses geschah am 8. September des Jahrs siebenzig nach Christi geburt.
Als Titus in die nun völlig eroberte Stadt ging, und die ungemeine Festigkeit ihrer Mauern und Thürme bewunderte, brach er in dieses ihm rühmliche Geständniß aus: Wir haben


