10
Von Gottes Wesen
ein Mensch verbergen möge? die Finsterniß ist vor ihm Licht; Gedanken selbst entfliehn ihm nicht in ihrer ersten Bildung.
6. Wer schützt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Aufsehn über Ulle. Du bist voll Freundlichkeit und Huld, barmherzig, gnådig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner! 7. Unsträflich bist du, heilig, gut, und reiner, als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen thut; denn du belohnst mit Wonne! Du hast Unsterblichkeit allein; bist selig, wirst es ewig seyn, du aller Freuden Fülle!
8. Du nur verdienest Lob und Dank, verdienest Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgefang, ihr Alle, seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er, so herrlich, so vollkommen? Mel. Nun danket Alle Gott 2c.
10. Anbetungswürd'ger Gott, mit Ehrfurcht stets zu nennen! Du bist undendlich mehr, als wir begreifen können. O flöße meinem Geist die tiefste Demuth ein, und laß mich stets vor dir voll Ehrerbietung seyn.
2. Du bist das höchste Gut; du weißt von keinem Leide; stets ruhig in dir selbst, schenkst du vollkommne Freude; dein ist die Herrlichkeit; auch ohne Creatur bist du dir selbst genug, du Schöpfer der Natur.
3. Du riefst dem, das nicht war, um Lust und Seligkeiten aufs mannichfaltigste um dich her auszubreiten; die Liebe bist du selbst; Verstand und Rath sind dein, und du gebrauchst sie gern, zu segnen, zu erfreun. 4. Du sprichst, und es geschieht; auf dein allmächtig Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde; mit deinem kråft'gen Wort trågst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt.
5. Du bist der Herren Herr; der Erde Majestäten sind, Höchster, vor dir Staub; schaffst Leben und kannst


