Von der Erkenntniß der Religion
Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. 7. Wie dunkel wäre nicht, wie ungebahnt uns Allen der Weg, auf dem wir hier hinab zum Grabe wallen, wenn du, o Gott, nicht selbst durch deines Wortes Licht uns våterlich geschenkt Rath, Trost und Unterricht.
6
2. Wie viel weiß ich von dir, von deinem Rath und Willen? und woher nehm' ich Kraft, was du willst, zu ers füllen, wenn du nicht selbst zuvor mir deinen Willen lehrst und, ihn mit Folgsamkeit zu thun, mir Kraft gewährst? 3. Wie wüßt' ich von mir selbst, wozu du dieses Leben mir auf so kurze Zeit, die schnell vergeht, gegeben, wenn du nicht durch dein Wort mir seinen wahren Werth, 3weck, Absicht und Gebrauch entdecket und erklärt?
4. Wie furchtbar wäre mir der Weg zu meinem Grabe! wie wüßt' ich, was hernach ich zu erwarten habe, wenn über Tod und Grab den Weg zu jener Welt du mir nicht durch dein Wort gezeigt und vorgestellt?
5. Was kann bei meiner Schuld Gewißheit mir verz schaffen, daß du den Schuldner wirst verzeihend nicht wegraffen? Das, was kein Sterblicher mir fest versichern kann, das hast du selbst, o Gott, in deinem Wort gethan! 6. Wenn du mich züchtigeft, wie trostlos mußt' ich zagen! Womit stillt' ich mein Herz in solchen Trauertagen, wenn du mir nicht gesagt, wie ich zu meinem Wohl die våterliche Zucht ausstehn und nützen soll?
7. Herr bist du, und ich Knecht! dürft' ich es dann wohl wagen und zu dir, meinem Herrn, vertraulich Vater sagen, wenn du nicht durch dein Wort dich gegen mich erklärt, daß du dem Vater seyst, der kindlich dich verehrt?
8. Dies Ulles hast du uns, Gott, durch dein Wort gelehret, so huldreich hast du selbst dich gegen uns erklåret. Von dir belehrt, weiß ich, wie du gesinnet bist, was hier für mich zu thun, dort zu erwarten ist.
9. Gott, welche Seligkeit quillt mir aus dieser Quelle! Wie stärket und erquickt dein Wort, Herr,


