Von der Erkenntniß der Religion
3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt: die Wolken regnen? Wer schließt den Schoß der Erden auf, mit Vorrath uns zu segnen? Du, Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, als Erd' und Himmel reichen!
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4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere; bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unserm Schöpfer Ehre!
5. Des Menschen Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet; des Menschen Geist, den sein Verstand, dich zu erkennen, leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Gut' und Größe.
6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sey gepreist, und alle Welt fag' Amen! Und alle Welt fürcht' ihren Herrn, und hoff' auf ihn, und dien' ihm gern; wer wollte Gott nicht dienen?
Mel. Wer nur den lieben Gott 2c.
5. Mein Gott, du schenktest mir das Leben; von gan= zem Herzen dank' ich dir. Du hast durch Menschen mir's gegeben, die Christen waren; Heil sey mir! Sonst kennt' ich Christi Lehre nicht; sonst fehlte mir Glück, Trost und Licht. 2. Auf ungewissen finstern Pfaden würd' ich ein Raub des Todes seyn; mit Sündenschuld und Fluch beladen, müßt ich des Richters Strafe scheu'n. Ich fånde keinen Trost in Noth, mich schreckte stündlich Grab und Tod.
3. Wozu hat mich mein Gott erschaffen? was if hienieden meine Pflicht? Wird auch den Geist der Tot hinraffen, und hålt Gott künftig ein Gericht? Wie werde ich darin bestehn? Wie der verdienten Straf' entgehn?
4. Entscheidet die Vernunft die Fragen durch ihren Einsicht schwaches Licht? Hebt sie die Zweifel, die mid plagen? Und bleibt der Trost, den sie verspricht? Nch


