Druckschrift 
Neues Evangelisches Liegnitzsches Gesangbuch zum öffentlichen und häuslichen Gebrauch nebst einem Anhange von Liedern und Gebeten / gesammelt und hrsg. von den Mitgliedern des Ministeriums beider Kirchen
Entstehung
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Vorrede zur zweiten Ausgabe.

Eine beinahe funfzehnjährige Erfahrung hat über den Werth un­fers 1804 zum erstenmale herausgegebenen Gesangbuchs entschieden. Von unsern Stadt- und Land- Gemeinden damals ohne Widerspruch, ja mit Freuden aufgenommen, ist es ihnen seit dieser Zeit immer lieber, und in der Kirche wie im Hause eine reiche Quelle wahrer Erbauung geworden. Wer unter uns möchte jetzt noch wohl das Alte zurück wünschen? Bei dieser neuen Ausgabe, die der gänzliche Mangel an Exemplaren nothwendig machte, mußte das Gesangbuch an sich ganz unverändert bleiben. Aber wir glaubten die Gelegen­heit benußen zu dürfen, durch einen beigefügten Anhang den Werth und die Brauchbarkeit desselben noch zu erhöhen. Die Wiederauf­nahme einiger ältern Lieder, die ungern vermißt worden waren, und die Ergänzung einiger gar nicht oder zu schwach besetzten Rubriken, lag uns vorzüglich am Herzen. Und wie hätten wir der Begierde widerstehen können, manche ausgezeichnet vortrefflichen Ge­fänge, mit denen uns vorzüglich das neue Bremer und Jauersche Gesangbuch bekannt machte, für unsre Sammlung zu gewinnen? Freilich mußten wir, um das Buch nicht zu stark zu machen, und Unbemittelten den Ankauf nicht zu erschweren, manches Lied von hobem poetischen Werthe bei Seite legen, oft auch aus dem Grunde weil es keine singbare Melodien hatte, und also für den öffentlichen Gottesdienst nicht brauchbar gewesen wäre. Mehrere der neu auf genommenen Lieder haben den seligen Ober- Diaconus Scholz zum Verfasser, dessen ehrenvolles Andenken dadurch aufs neue unter uns zurückgerufen werden wird. Wäre er noch in unserer Mitte gewesen, der durch ächte Dichter- Talente sich so vorzuglich auszeich­nete, so würde freilich diese Arbeit vollkommner und befriedigender ausgefallen sein!

Daß den Liedern diesmal die Namen der Verfasser, so­weit wir dieselben in Erfahrung bringen konnten, beigefügt wur­den, wird hoffentlich nicht gemißbilliget werden. Sollten nicht die, welche zur Erbauung ihrer Mitchristen so viel beitrugen, diese Aus­