1. Vom Begriffe und Dasein des Fegfeuers 15
Das Dasein des Fegfeuers wird aus der apostolischen Ueberlieferung bewiesen.
Schon im dritten Jahrhunderte spricht Tertullian von den Opfern für die Todten, als von einer apostolischen Ueberlieferung( L. de coron. c. 3.), und der heilige Johannes Damascenus sagt in seiner Rede über die Abgestorbenen: " Die Jünger und Apostel des göttlichen Hetlandes, die das ewige Wort selbst sahen und den lebendigen Umkreis der ganzen Welt bekehrten, lehrten, man solle in den fruchtbaren, unbefleckten belebenden Geheimnissen des Heiligen Meßopfers das Gedächtniß derjenigen begehen, die gläubig entschlafen seien." Zur weitern Bekräftigung führt er in der nämlichen Rede noch das Zeugniß des heiligen Chrysostomus mit diesen Worten an: Jener Johannes, der wegen seiner Beredtsamkeit den Namen Chrysostomus, das heißt: Goldmund, empfing, lehrt: nicht leichtfertig oder zufällig ward es von den weisesten Schülern Gottes verordnet und der Kirche überliefert, daß der Priester in den schreckbaren Geheimnissen Gebete für die Seelen der Verstorbenen verrichte." Deßgleichen schreibt der heilige Gregor von Nissa: Nicht ohne Grund und Nußen ist von den Aposteln und Jüngern Christi überliefert worden, was auch überall in der heiligen Kirche Gottes Gesetzes


