Morgen- Undacht, Freytags.
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nicht mehr wie ich war; welche veranderung, welche himmlische veränderung hast du in mir hervorgebracht; ich bin dein find, dein tigenthum; satan hat sein sich falsch angemaßtes recht aufgeben und deinem stärkern arme weichen müssen; wohl mir, ich bin aus dem reiche der finsterniß in das reich des lichts übergegangen; und was rblicke ich da? Eine unabiehbare tiefe deiner erbarmung, ich kann die breite und länge, die tiefe und höhe deiner freyen gnade und liebe nicht begreifen, noch viel weniger beschreiben; zugleich aber, theures lamm Gottes, fehe ich in mir durch deine erleuchtung noch eigenes tauſendfaches elend, ich fühle meine gänzliche ohnmacht, ich fühle, daß ich ohne dich nichts thun kann; ich sehe deutlich ein, daß der rebe ohne dem weinstock feine früchte bringen kann, daß das schaaf ohne dir dem Hirten, teine weide hat; daß ich dich das brod des lebens, zu meiner täglichen erhaltung und nahrung brauche. Ich be schliesse mit diesem abend meinen ersten eigentlichen lebenstag, ich nenne ihn so, weil ich die andern, ausſer denen, in welchen ich noch in deinem bunde stand, mit recht todestage nennen kann; mein herz freuet sich, aber mit zittern, ich jauchze, aber mit wahrer demüthigung; versuchung von innen, lockungen von aussen habe ich in ver= schiedenen gestalten auch heute schon bemerket; meine feinde sind listig und mächtig, ich bin keinen augenblick sicher für ihnen, und kann ich mich daher anders freuen als mit zittern? Ich sehe die gefahr, und niemand als du, lebendiger Heiland, kannst und wirst mich bewahren. Gebrechen, fehltritte von welchen ich auch heute leider nicht fren geblieben bin, demüthigen mich aufs tiefste, ich versinke in mei nem nichts, o Jesu, versehe mich in dich, mein Alles; deine allmacht muß meiner ohnmacht aufhelfen. Starte mir den glauben an dein blut, dein tod ist mein leben, nimm mich unter deine flügel und er: halte mich armen, Herr Jesu, Amen.
Sen, Jesu, mir des lebens zier,
Und hilf mir durch dein ewiges erbarmen: Ich laß dich nicht, Herr, vor gericht Umfasse mich mit deinen liebes- armen.
Morgen- Andacht, Freytags.
Mein Heiland, habe auf mich acht in dieser wüstenen; Du hast mich bis hieher gebracht; ich danke deiner treu, Womit du mich, so väterlich, gegangelt und geführt:
Gieb mir die kraft, die alles schafft, was meinen wandel ziert. ieber himmlischer Bater, ich bin wieder von meinem lager aufge
standen; du hast in der verfloffenen nacht mich für gefahren nach ib und seele bewahret, du hast mir anade gegeben, daß meine erste begierde, da ich erwachte, nach dir stand, und nun komme ich und folge deinem winke, um mich ganz besonders vor dir zu sammlen und mein her; zu dir zu richten, ich will vor dir beten; billig sollte ich mit loben und danken meinen mund vor dir öffnen, wegen der unzähligen und unverdienten wohltharen, die du mir erwiesen hast, aber du fennest mein trägcs und todtes herz, ich bin zu allem guten höchst untüchtig und ungeschickt, am meisten aber zum gebet: Ich kann ohne dich gar nichts thun, und das tröstet mich, daß du, Herr Jesu, dieß selbst bezeuget hast. Nun, weil ich dann nichts ohne dich


