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Abend- Andacht, Mittwochs.
gedanke erhält mich noch, daß ich glaube, das ganze sen ein werl deiner hand, ich habe ja selbst darum gebeten; daß ich glaube, es fen dieß der anfang des schmalen weges den ich betreten muß, wenn ich felig werden will, des weges der umkehr und veränderung des her: zens, den alle deine finder haben gehen müssen. Ich bitte daher, lieber Bater, ich weine, um Shristi willen, schenke mir gnade ausju halten, ich feufie aus der tiefe meines herzens, bewahre mich, daß ich mich nicht aus deiner hand winde, ehe du dein werk in mir vollbracht hast. Du bist der töpfer, ich der thon, lehre mich stille halten, viel: leicht, o wie glücklich würde ich seyn! vielleicht kannst du auch aus mir ein gefäß der ehren zu deinem preise machen. Ist es noch mög lich, mein Heiland, daß ich in fünden alt gewordener wurm noch dein eigenthum werden kann? Ist es noch möglich, daß ich dem verderben entrissen werde? Ach sprich du doch ein wort, rede du doch einmal freundlich mit mir. Ich gehe jetzt an meine leibliche arbeit, aber ich will unter derselben dich durch deine gnade so lange suchen, bis du hörest, und mir deinem armen knechte( magd) helfest. Ja ich last dich nicht, du segnest mich denn, Amen, Amen.
Sey, Herr Jesu, du mein licht in den finsternissen. Schenke mir, wenn trost gebricht, nur ein gut gewissen; Gieb den glauben an dein blut; stärke das vertrauen; Bis der geist nach kämpfen ruht, bis er dich wird schauen.
Abend- Andacht, Mittwochs.
Schwer beladen fint ich nieder, tausend fünden foltern mich, Ach ich weiß mir nicht zu rathen, o Herr Jesu, eil und brich Du doch selber alle banden, die die fünde mir von jugend angelegt Immer weiter komme ich auf der laufbahn meines lebens. Wies
der einen tag, einen theil meiner zeit sehe ich hinter mir. Und ich bin leider, wie mir deucht, noch nichts gebessert. Viele schrecken find auch heute wieder über mich hergestürzet. Ich winfele wie ein franich und schwalbe, und girre wie eine taube. Alles was ich thue, alles was ich um mich sehe, spricht mir das urtheil meines todes. Die meinigen, mein Gott, wie habe ich sie verwahrloset! Du hatteſt sie meiner vorsorge anvertraut, ich sollte ihre seelen bilden und sie zu bürgen des Himmels aufziehen; aber leider, ich bin selbst ein felave der höllen gewesen, ich habe felten oder gar nicht sie mit dir und dei nem reiche unterhalten. Ich habe nicht für sie, noch viel weniger mit ihnen gebetet. Anstatt sie bey der Hand zu nehmen und zu dir, unter heisſen thränen, in meinem tämmerlein sie hinzuführen, habe ich sie durch mein betragen von dir abgeleitet. Wehe dem menschen durch welchen ärgerniß geschiehet; dieß wehe, mein Heiland, fühle ich in seiner völligen stärke. Ohne ausſerst schreckender wehmuth kann ich die meinigen nicht ansehen, und wie würde mir erst alsdann senn, wenn sie durch meine schuld sollten verloren gehen? 3hr blut, grau envoller gedanke! würde von meiner hand gefordert werden. Meine nachbarn und bekannten! sind sie solche, die den Herrn fürchten, fo tann ich sie vor schaam nicht anblicken. Sind es gefährten meines todten und fündlichen lebens, so reisſet ihr anblick meine gewisſens rounde noch schrecklicher auf, und ich fürchte wir werden unsere be


