Morgen- Undacht, Mittwochs.
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gen. Ich bin wie einer der mitten in den tobenden wellen auf den mastbaume schläfet. Erhalte mich, daß ich nicht in die tiefe stürze, chenke mir raum zur buße, ich habe sie frenlich lange, ja leider zu lange aufgeschoben, doch ich wage es und komme noch zu dir, nach deiner verbeiffung stoffe den fünder nicht weg, der gern noch felig werden mögte. Ich weiß es, Erbarmer, und sehe mit der äusſersten schaam meine thorheit, daß mir das seligwerden eine gleichgültige fache bisher gewesen; aber es ist mit mir nun gar anders; mein hauptwunsch ist der himmel, aber dieser wunsch ist noch sehr schwach, stärke ihn, mein Je= fu, und erfülle mein verlangen; laß mich um deines todes willen nicht in die tiefe des ewigen jammers finfen. Bewahre mich, daß in dies ser nacht der tod noch nicht meine augenlieder schliesse. Ich übergebe mich dir auf gnade und ungnade, aber laß, um deiner wunden willen, doch gnade vor recht ergehen; D, daß ich dich einmal den meinen und mich dein wieder gefundenes eigenthum nennen könnte. Ich hoffe auf dich, laß mich nicht zu schanden werden, Amen.
Wie der nächte schwarzer flor ießt die erd umhüllet, Wie der schrecken banges chor uns mit furcht erfüllet; So bedecket dunkelheit mir verstand und wissen, Mich vergräbt die eitelkeit tief in finsternissen.
Morgen- Andacht, Mittwochs.
Tausendfacher kummer drückt meinen geist darnieder; Hengstlich fragt er: Wer entrückt mich dem jammer wieder; Wenn geht mir die sonne auf; wenn strahlt trost im herzen; Wer schafft in dem pilgrims lauf lindrung meiner schmerzen?
Gott, wohin hat mich meine fünde gebracht! Ich bin müde von feufzen, ich habe mein bette die ganze nacht geschwemmet und mein lager mit thränen benetet. Sen doch nicht fern von mir, denn angst ist nahe, ja diese angst meines herzens ist groß, führe mich aus meinen nöthen. Auch ich habe oft mit feufzen gefraget: Hüter, ist die nacht schier hin, Hüter, ist die nacht ichier hin? Aber was hilft mirs, daß die liebliche sonne über mir aufgeht, da es in meinem inwendigen noch lauter nacht ist; bey der finstern nacht sehnte ich mich nach dem lichte des tages, und nun wünschet meine feele die nacht wieder. Wie bitter sind doch die folgen der fünde, ich trage eine hölle in meinem bufen. Gestern fühlte ich diese angst noch nicht, ich bat dich um eine folche empfindung, aber, lieber Heiland, jetzt finde ich mich zu schwach unter dieser schweren last auszuhalten, ich sehe mich schüchtern nach meiner rettung um; mir deucht, ich sehe den abarund des ewigen ververderbens gegen mich offen; entfliebe, unglücklicher wurm, aber, o Gott! wohin könnte ich fliehen wo mich deine hand nicht finden würz de. Flöhe ich gen himmel, so bist du da; bettete ich mich in die tiefe der erden, siehe, so bist du auch da; nähme ich flügel der morgenröthe und bliebe am äusſersten meere, so würde mich doch deine hand da: felbst finden und deine rechte mich halten; spräche ich), finsterniß mögen mich decken, so muß die nacht selbst licht um mich seyn; denn fins sterniß ist nicht finsterniß vor dir, und die nacht leuchtet, wo du bist, wie der tag: finsterniß ist, ben deiner gegenwart, wie das licht. Ich weiß vor angst meiner feeler nicht was ich anfangen foll; dieser einzige


