Morgen- Andacht, Dienstags.
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des todes Jesu willen gnädig. Bergieb, o Bater, und schone, und nicht nach fünden lohne. Ich will meine augen schliessen, die billig thränen quillen sollten, in der hoffnung schliessen, du werdest mich bewahren, und mir gnade geben, daß ich den überrest meiner tage mehr in dei ner furcht inbringen könne, als ich den verflossenen zugebracht habe, verstosse mich nicht, höre mein armes flehen, und thue meiner feele wohl, nach deiner grossen barmherzigkeit, Amen.
Gott, ich liege tief im schlamme, ziehe kaum den odem noch,
Statt der huld blißt zorn und flamme; Sünde, fünde! marter- joch! Wohin hast du mich gebracht; welches dunkel, welche nacht
Liegt wie berge auf dem herzen; mich umringen tausend schmerzen.
Morgen- Andacht, Dienstags.
Du kommst noch nicht, ich wimmre noch; Wo ist dein ewiges erbarmen?
Mich drückt, mich quält der fünden- joch; Sagst du's nicht selbst: Ich will umarmen Den fünder der mich rufet an:
Ich bins, so komm und hilf mir dann!
Mit einem beschwerten und traurigen herzen, schloß ich gestern meine nassen augenlieder. Jest öffne ich sie ben dem anbruche dieses tages, aber mit neuer scham wieder; deine unverdiente Batertreue, o Gott! sest mich in die äusserste verlegenheit, deine güte ist auch über mir alle morgen neu; wie fange ichs doch an, daß ich dir einmal recht jum wohlgefallen leben könne? Dies ist die erste und wichtigste frage, welche nur deine wohlthaten auspressen. Ich fühle ich habe ein schwadies verlangen dir einmal recht zur ehre leben zu können, aber wie geschwinde werden alle meine vorsake vereitelt, wie schleunig werde ich dahin geriffen, wie bald vergesse ich deiner wieder. In mir ist keine traft, ich bin aus fündlichem saamen gezeuget, ich bin fleisch von fleisch geboren. Ist denn aber fein weg, auf welchem ich als ein dankbares und dir wohlgefälliges geschöpf wandeln könnte? O, gelobet senst du, daß ich in deinem wort diesen weg gebahnt finde. Es ist der buß- und glaubens- weg. Echenke du mir, nach deiner verheiffung, gnade, die fen weg einmal mit ernst betreten zu können. Erleuchte meinen ver= finsterten verstand: bessere mein verdorbenes fündliches herz, gieb mir, nach deiner verheiffung, einen neuen sinn, hilf daß ich geist von geist, hilf daß ich von oben herab möge geboren werden. Meine erste geburt machte mich tüchtig zur höllen, aber diese wiedergeburt aus dir selbst macht mich nur allein geschickt zum himmel. Aus dir muß ich gebo= ren werden, dies aber ist dein werk allein; bewahre mich vor aller widerstrebung, du hast an mein herz geflopfet, gieb du mir gnade, daß ich dir die thür desselben gerne eröffne; komm herein du gesegneter des Herrn, bearbeite du doch diesen ganzen tag meine feele. Beige mir das tiefe verderben meines hersens, fen unter allen meinen geschäf ten beständig mit der arbeit deines Geistes meiner feelen nah, hilf daß wenn ich dich spüre, daß meine ganze feele mit ehrfurcht möge überz strömet werden, daß mein unabläfiges feufzen beständig zu dir auf: teige; infonderheit bitte ich dich, erwecke mich, daß ich auch am tage über zuweilen mein verschlossen kämmerlein besuche und mich recht


