Druckschrift 
Erbauliche Lieder-Sammlung zum Gottesdienstlichen Gebrauch in den Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Gemeinen in Pennsylvanien und den benachbarten Staaten / gesammelt, eingerichtet und zum Druck befördert durch das hiesige Deutsche Ev.-Lutherische Ministerium
Entstehung
Einzelbild herunterladen

492

Abend- Undacht, Montags.

jerreiß seine mir gelegten nehe, bewahre mich für seine mir gegra benen gruben: Een meine stärke und hülfe in der noth, so soll dich meine seele ewig preisen und mein mund deinen ruhm verkündigen, Amen.

Nun tret ich ans geschäfte, laß deines Geistes träfte,

Mein Gott, mich) stündlich treiben, nur stets vor dir zu bleiben. Herr, höre meine bitte, regiere meine schritte, Bis ich einmal dort oben, dich ewig fönne loben.

Abend- Andacht, Montags.

Jefu, siehe mein verderben, siehe! wie ich matt und falt; Heiland, arzt, laß mich nicht sterben, nein, ich eile, konim doch bald. Sieh! ich dränge mich zu dir, frommer seelen höchster zier; Komm, Herr Jesu, ich vergehe wenn ich deine huld nicht sehe.

eiliger und unveränderlicher Gott, dieser tag ist nicht mehr, die stune nic

wieder zurücke kehren; er ist mit dem untergange der sonnen in fein grab gefunken und ich bin einen schritt meiner todeš- kammer her getreten. Ich stehe billig stille und stelle eine genaue untersuchung ben dem ende dieses tages über mich selbst an, weil mir dein wort die versicherung giebt, daß am ende aller tage ich aus meinem grabe werde gerufen werden, um die genaueste rechenschaft von einem jeden tage meines lebens abzulegen. Der verflosſene tag ist nicht mehr; aber meine gedanken, meine triebe, meine absichten, meine morte und meine werke, sie sind noch alle, in dem buche deiner allwissenheit hast du sie niedergezeichnet und wirst sie am abend aller tage vor der ganzen welt offenbar machen. Ich wende mich zu dir, erbarmender Gott, und. flehe, gieb mir doch den benstand deines geistes diesen ganzen tag mit einem bußfertigen herzen zu überdenken: ich erzittre billig, wenn ich eine nähere betrachtung über mich selbst anstelle; wie eitel waren nicht meine gedanken, wie wenig waren sie mit dir, dem höchsten Gute, be schäftiget; wie viele fiindliche und unreine triebe haben sich in mir an diesem tage geregt; wie kalt war die begierde nach dir und deiner ges meinschaft. Wie untauter waren meine absichten, wie sehr habe ich meine eigene ehre und vortheile gesucht, wie wenig habe ich daran ge dacht, daß deine verherrlichung nur allein meine absichten hätten bes leben sollen! Meine worte, o Bater, was soll ich sagen, ich habe durch diese fünde auf fünde gehäufet: unnüße reden, ja wohl gar offenbar fündliche worte sind aus meinem munde gefloffen; eine gleiche bes wandtnis hat es mit meinem thun und lassen, ich habe gethan was ich nicht hätte thun follen, ich habe unterlassen was du mir zu der hei ligsten pflicht gemacht hattest; ich fühle ein beschwertes gewissen, mit wird bange, wo soll ich hinflichen: Die finsterniß der nacht vermehrt meine schrecken, je mehr ich mich in mir selbst vertiefe, desto trauriger werden die empfindungen meines herzens: Ich weiß kein mittel für meine bange feele, wenn ich es nicht im gebet und worte ben dir finde, wenn deine unverdiente barmherzigkeit nicht gnade vor recht ergehen läffet, mit schüchternen herzen, mit wankenden tnien, mit beschämten angesichte liege ich zu deinen füssen und bete im namen meines Hei­landes, sen, erbarmender Gott, deinem armen knechte( oder magd) um