Druckschrift 
Erbauliche Lieder-Sammlung zum Gottesdienstlichen Gebrauch in den Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Gemeinen in Pennsylvanien und den benachbarten Staaten / gesammelt, eingerichtet und zum Druck befördert durch das hiesige Deutsche Ev.-Lutherische Ministerium
Entstehung
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Vorrede zur ersten Auflage.

Christlichgeneigter Leser,

Ein Hochehrwürdig Evangelisch Ministerium in Pennsylvanien zc. hat mir auferlegt, eine Vorrede zu dieser Lieder- Sammlung zu machen. Was kann ich aber, als ein abgelebter fünf und siebenzig jähriger Greiß, Neues sagen, das nicht schon gründlicher, schmackhafter und erbaulicher unter der Sonne gedacht und in unzähligen Borreden gemeinnüßig gemacht worden? Es wird mir daher erlaubt seyn, mur zwen neuere Abhandlungen von der göttlichen Gabe der Dicht- und Ton- Kunst anzuführen; woraus jeder verständige Leser urtheilen mag, daß bis hieher nichts gründlicher, deutlicher, lehrreicher und schicklicher zu erwarten, das statt einer Vorrede zu diesem Lieder­Schaß dienen tönte. 1. Im Jahre 1778 kam zu Philadelphia eine Bueignungs- Schrift durch den Druck heraus, welche ein Mitglied der Hochlöblichen Schwedischen Gesellschaft pro Fide et Christianismo gewidmet.

Der Herr Schriftsteller zeichnet darinn das ächte Göttliche in der Dicht- und Ton- Kunst aus," erkläret den Ursprung, Absicht und 3weck, zeiget den rechten Gebrauch und Mißbrauch derselben, und gibt Proben von seinem empfangenen Talent zur rechten Anwendung und Unsübung dieser göttlichen Gabe."

Colte bemeldte göttliche Gabe nach dem Wunsch des Herrn Schrift: stellers und aller erhabenen Kenner und Gönner vom schädlichen Mißbrauch gerettet und zum rechten 3wed, angewendet werden; so fönte es noch zu vieler Erbanung und Segen gereichen, absonderlich ben so vielen Verkehrt- Gelehrten in dem heutigen Mode- Christenthum, wenn sie anders noch etwas musikalisch Gehör, Anlage und Willens: Neigung übrig haben sich durch das Göttliche in der Dicht- und Ton Kunst zur Heils- und Lebens- Quelle locken und reißen zu lassen. Die Erfahrung lehret, daß die jetzige Christenheit mit Gliedern über­schwemmt sen, wie sie 2 Tim. 3, 1. feq. bezeichnet stehen. Solche haben freylich einen Eckel und Abscheu gegen die heilsanisten und nöthigsten prosaischen Wahrheiten in der heiligen Schrift, runzen die Nafe gegen die Seelen- Arzenen, und wollen Nahrung nach ihrem Geschmack haben. Da erfordert es ausserordentliche Kunst solche Ve= hicula oder Brühen zu erfinden, welche die Kräfte der Seelen- Urze=