22
nauer, und ohne mich irre machen zu lassen, fragte ich mich in allem Ernste, in welchem Orden ich Gott am besten dienen könnte.- Zuerst dachte ich in dem strengen Carmeliten- Orden mein Leben zu beschließen; davon brachten mich die wohlmeinenden Vorstellungen meiner guten Mutter ab, auch erkannte ich bald selbst, daß ich zu diesem Orden nicht berufen sei.- Endlich wählte ich den Orden der Gesellschaft Jesu, und zwar deßwegen: 1. weil dieser Orden seine Regeln sehr gewissenhaft beobachtete*); 2. weil man daselbst ein besonderes Gelübde ablegte, keine kirchliche Würde anzunehmen, wenn es nicht ein ausdrücklicher Befehl des Papstes forderte; 3. weil ich in dieser Gesellschaft viele Gelegenheit zu finden glaubte, um Schulen und Vereine zu bilden, welche ganz geeignet sein dürften, die zarten Gemüther in der Furcht Gottes und Sittenreinheit zu erziehen, und 4. weil sich die Glieder dieser Gesellschaft auch damit beschäftigten, als Missionäre die Irr- und Ungläubigen in den verschiedenen Theilen der Erde in die wahre fatholische Kirche einzufühen. In so ferne kam
*) Cepari 43.


