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måßig, ihre Ergögungen, Unterhaltungen, Zusammenkünfte eingezogen, friedlich, Gott gefällig, mit einem Worte: Sie waren fromm und heilig, und haben durch eben diese Frommigkeit und Heiligkeit unzählbare Ungläubige zur Unnehmung des wahren Christenthume gezogen. Aber wo ist zu dermaligen Zeiten jener Eifer, jene Tugend, jene Heiligfeit hingekommen, die den ersten Christen so gemein war? Ach! der Geld- und Ehrgeiz, die Pracht und Wollust, die falsche Klugheit der Welt und des Fleisches, die bösen Beispiele der Vornehmern, die giftigen Grundsäge der Wiglinge, die ungebundene Freiheit zu denken, zu schreiben, zu leben, zu glauben, wie man gerne will, haben viele, ja sehr viele Christen nunmehr so weit gebracht, daß sie vom Christenthume fast nichts, als den leeren Namen an sich haben, durch den sie sich noch allein von den Ungläubigen und Heiden unterscheiden.
Die wahre Undacht und Eifer ist bei den heutigen Christen erloschen: die aufrichtige, werkthåtige, mitleidige Liebe des Nächsten ist verschwunden, die Kirchengebräuche, Gefeße, Verordnungen werden verleget, die Geistlichen verachtet, die Geheimnisse und Grundwahrheiten des Glau= bens als Fabeln und Gedichte angesehen. Bei einer so erstaunlichen Verkehrung der Christen, was kann und muß erfolgen? jenes, was man leider! täglich mit Augen sieht, nämlich eine allgemeine Lauigkeit in allem Guten, eine allgemeine Ergießung in alles Böse, besonders in die Lafter der Unlauterkeit, Ungerechtigkeit, Frechheit und Ruchlosigkeit. Und wenn schon noch aller Orten einige fromme tugendfame Christen anzutreffen sind, so müssen sich diese dermalen wegen ihrer Frömmigkeit und Tugend unter den verderbten Maulchriften weit mehr fürchten, als vor Zeiten die ersten Rechtgläubigen unter den Wüthrichen und Tyrannen. O mein lieber Christ, der du noch gut katholisch denkest, und in der wahren allein feligmachenden Kirche trostvoll sterben willst, fchage diese Kirche über Alles warum?
1. Sie ist allein die wahre Kirche Christi, wegen den unfehlbaren Kennzeichen. Erstens ist sie einig in ihrem fichtbaren Oberhaupte, dem römischen Papste, welcher des unsichtbaren Oberhaupts, Christi Jesu, Statthalter auf


