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Erster Theil. Vom Worte Gottes.
5. Herr, öffne du uns selbst das Herz, daß wir dein Wort recht fassen; gieb, daß wir es bei Freud' und Schmerz nie aus den Augen lassen. Laß uns nicht Hörer nur allein, nein Vater, laß uns Thâter seyn, und uns nicht ſelbst betrügen.
6. Der Saame wird am Weg' sofort vom Teufel weggenommen; in Fels und Steinen kann das Wort zu keiner Wurzel kommen. Der Saame, der in Dornen fällt, wird von der Sorg'und Lust der Welt verderbet und ersticket.
7. Mach uns durch deine Gnade gleich, Herr, einem guten Lande. Mach uns an guten Werken reich in unserm Amt und Stande. Daß mit beharrlicher Geduld, gerührt von deiner Lieb' und Huld, wir reichlich Früchte bringen.
8. Laß uns auf unsrer Pilgrimschaft den Weg der Sünder meiden. Gieb uns ein Herz, das an dir haft't auch in den schwersten Leiden. Herr! unser Herz ist vor dir blos; mach uns von eitlen Sorgen los, und allen bösen Lüsten.
9. Laß uns dein Wort beständig seyn ein Licht auf dunklen Wegen. Erhalt es bei uns hell und rein, und laß uns seinen Segen, Kraft, Rath und Trost in aller Noth, im Leben und noch mehr im Tod, mit frohem Herzen spüren. on


