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Unterricht vom Gebete.
und um Abwendung zeitlicher Uebel, um Hinwegnehmung und Linderung unserer Leiden und Trübsale beten. Dies lernen wir aus der vierten Bitte im Vater unser, und dasselbe lehrt uns Jesus am Delberg durch sein Beispiel. Doch soll es immer unter der Bedingung geschehen, wenn es dem Willen Gottes gemäß und dem Seelenheile zuträglich ist. ,, Vater, nicht wie Ich will, sondern wie Du willst ¹)!" Endlich sollen wir außer der Ergebung in den göttlichen Willen noch
5) im Namen Jesu, mit Vertrauen und Beharrlichkeit beten.
Zulegt vereinige dein Gebet mit den Gebeten und Verdiensten aller guten und heiligen Kinder Gottes im Himmel, auf Erden und im Reinigungsorte, vorzüglich aber mit den Verdiensten Jesu Christi selbst, damit es vor Gott, dem besten Vater, wohlgefällig sein und Erhörung finden möge.
Wenn unser Gebet aber nicht erhört wird, so kann dies von mehreren Ursachen herrühren, entweder von unserer Unwürdigkeit, weil wir viele Sünden begangen haben, oder von der schlechten Beschaffenheit unseres Gebetes, oder von der Schädlichkeit der Sache, um die wir gebetet haben.
Zum Schlusse dieses kurzen Unterrichts ist noch die Bemerkung zu machen, daß man nie ohne würdige Vorbereitung beten dürfe. ,, Vor dem Gebete bereite deine Seele und sei nicht wie ein Mensch, der Gott versucht 2)." Vergiß nicht, welche Auszeichnung es ist, vor Gott, dem allmächtigen Könige des Himmels und der Erde, zu erscheinen; bedenke auch zuvor, was du zu Gott beten wollest; wähle sodann eine Gebetsformel, die deinen Umständen angemessen ist, stelle dich lebhaft in die Gegenwart Gottes und laß dein Herz reden, wie die Worte des Gebetes lauten, das du auswendig hersagst oder aus dem Buche abliesest. Auf diese Weise wirst du im Geiste und in der Wahrheit beten.
Ob du dich gleich in jeder beliebigen Stellung mit Gott andächtig unterhalten kannst, so liegt's doch in der Natur des Menschen, daß du nach Maßgabe des lebendigern Glaubens und der größern innern Ehrfurcht gegen Gott unter den ver
1) Matth. XXVI.- 2) Sirach XVIII. 23.


