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Gebet- und Erbauungsbuch für katholische Christen / hrsg. von J. B. Devis, S. J., vormaligem Pfarrer zu Cöthen. Mit einem Titelkupfer. Mit Genehmigung der Apostol. Nuntiatur zu München
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Unterricht vom Gebete.

sein, daß das Gebet des Gerechten bei Gott viel vermag, die lebenden Christen zu Rom um ihre Fürbitte angeht, so dürfen wir der sicheren Ueberzeugung leben, daß die Fürbitte jener reinen Magd des Herrn, die der H. Geist dreimal gebenedeit nannte, und die Fürsprache aller verklärten Geister, weit mehr vermag.

4. Wie unser Gebet beschaffen sein müsse.

Soll das Gebet des Christen Gott wohlgefallen und von Ihm erhört werden, so muß das Herz des Betenden

1) rein von schweren Sünden sein, oder wenigstens Neue darüber empfinden und nach Reinheit der Seele hinanstreben. Denn der Herr ist fern von den Gottlosen, sagt die h. Schrift 1), aber das Gebet des Gerechten erhöret Er."

2) Das Gebet muß aus lebendigem Glauben hervorgehen. Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefal­len 2). Ohne diesen Glauben kommt das Gebet weder vom Verstande und aus Ueberzeugung, noch rührt es aus dem Her­zen. In diesem Glauben an Gott aber und seine Offenba­rungen wird sodann auch

3) der Christ, gleich dem Zöllner im Tempel 3), demüthig beten, indem er die Nothwendigkeit der Demuth fühlt. ,, Gott widersteht den Stolzen, den Demüthigen aber gibt Er Gnade 4)."

Außer diesen Eigenschaften haben wir im Bittgebete noch ferner zu beobachten:

4) eine besondere Ordnung in Hinsicht der Gegenstände, die uns Gott gewähren soll. ,, Suchet zuerst das Reich Gottes und dessen Gerechtigkeit, das Uebrige wird euch als Zugabe zu Theil werden 5)." Wir sollen mit= hin vorerst um Güter der Seele anhalten, um Verzeihung der Sünden, um Gnade der Erleuchtung zur Erkenntniß des gött­lichen Willens und unserer Fehltritte, um Stärke, Wachsthum und Ausdauer im Guten. Alsdann dürfen wir auch um zeitliche Güter, um Gesundheit, Unterhalt, Segen in unseren Geschäften

1) Sprüchw. XXVIII.2) Hebr. XI.- 3) Luc. XVIII.- 4) Jac. IV.-

5) Matth. VI.