Das Leiden unseres Herrn Jesu Christi.
verleugnen. Er aber sprach noch heftiger: Und wenn ich auch mit Dir sterben müßte, will ich Dich doch nicht verleugnen. Desgleichen sprachen auch alle Jünger.
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Und sie kamen an einen Landhof, Gethsemane genannt, da war ein Garten, in denselben ging Er und seine Jünger. Und Er sprach zu seinen Jüngern: Seget euch hier, indeß Ich dorthin gehe und bete. Betet ihr, auf daß ihr nicht in Versuchung fallet. Und Er entfernte Sich von ihnen eines Steinwurfs weit. Und Er nahm zu Sich Petrum und die beiden Söhne Zebedäi, den Jacobus und Johannes, und fing an zu trauern und zu zagen. Da sprach Er zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod. Bleibet hier und wachet mit Mir. Und da Er ein wenig von ihnen fortgegangen, knieete Er nieder, fiel auf sein Angesicht, betete und sprach: Mein Vater, ist es möglich, so laß diesen Kelch an mir vorübergehen; doch nicht wie Ich will, sondern wie Du willst. Und da Er vom Gebete aufgestanden war, kam Er zu seinen Jüngern und fand sie schlafend vor Traurigkeit, und sprach zu Petrus: Simon, schläfft du? konntest du nicht eine Stunde mit Mir wachen? Wachet und betet, auf daß ihr nicht in Versuchung fallet. Der Geist ist zwar willig, aber das Fleisch ist schwach. Und zum andern Male ging Er hin und betete auf dieselbe Weise und sprach: Mein Vater, ist es nicht möglich, daß dieser Kelch vorübergehe, ohne daß Ich ihn trinke, so geschehe dein Wille. Und als Er wieder umkehrte, fand Er sie abermals schlafend, denn ihre Augen waren schwer, und sie wußten nicht, was sie Ihm antworten sollten. Und Er verließ sie, und ging abermals hin und betete zum dritten Male, und sprach dieselben Worte. Es erschien Ihm aber ein Engel vom Himmel, und stärkte Jhn. Und als Er mit dem Tode rang, betete Er länger. Und sein Schweiß ward wie Blutstropfen, welche auf die Erde hinabrannen. Und Er kam zum dritten Male zu seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Schlafet nun und ruhet. Es ist genug, sehet die Stunde ist gekommen, und des Menschen Sohn wird überantwortet in die Hände der Sünder. Stehet auf, lasset uns gehen; seht, der Mich verrathen wird, ist nahe. Und als Er noch redete, kam Judas Iscariot, einer von den Zwölfen, und eine große Schaar mit ihm, gesandt von den Hohenund priestern und Schriftgelehrten und Aeltesten, mit Fackeln und Lichtern, Schwerdtern und Stangen. Der Verräther aber hatte ihnen ein Zeichen ge geben, sprechend: welchen ich küssen werde, der ist es, den greifet und führet Ihn mit Vorsicht. Und er trat alsbald zu Jesu und sprach: Sey gegrüßt, Meister; und er küßte Jhn. Jesus aber sprach zu ihm: Freund, wozu bist du gekommen! Judas, mit einem Kusse verräthst du des Menschen Sohn?
Da nun Jesus alles wußte, was Ihm begegnen sollte, trat Er hervor und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten: Jesum von Nazareth. Jesus sprach zu ihnen: Ich bin's. Judas aber, der Ihn verrieth, stand bet ihnen. Da Jesus nun sagte, Ich bin's, wichen sie zurück und fielen auf die Erde. Da fragte Er sie abermals: Wen suchet ihr? Sie sprachen: Jesum von Nazareth. Jesus antwortete: Ich hab es euch gesagt, daß Ich es bin, wenn ihr also Mich suchet, so lasset diese gehen; damit das Wort erfüllet würde, das Er gesprochen hatte: welche Du mir gegeben hast, von denen hab Ich keinen verloren. Da traten sie herzu und legten Hand an Ihn, und nahmen


