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Vier Bücher von der Nachfolge Christi : aus der lateinischen Urschrift des Thomas von Kempen / übersetzt von einem Geistlichen der Erzdiöcese Köln. Mit Vorwort von Dr. W. Smets. Nebst einem Anhang von Morgen-, Abend-, Meß-, Beicht- und Kommuniongebeten, sowie Kreuzwegbetrachtungen
Entstehung
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ordentliche Weise verlangt, wird er sogleich in sich unruhig.

Der Stolze und der Geizige haben nim­mer Ruhe, der Arme und im Geist De­müthige lebt in der Fülle des Friedens.

Ein Mensch, der noch nicht vollkommen sich selbst abgestorben ist, wird schnell ver­sucht und von kleinen und armseligen Din­gen überwunden.

Wer schwach im Geiste und in gewissem Sinne fleischlich und zum Sinnlichen ge­neigt ist, kann sich schwer von den irdischen Begierden gänzlich losmachen.

Und deßhalb hat er oft Traurigkeit, wenn er sich etwas versagt; auch wird er leicht unwillig, wenn ihm Jemand widersteht.

2. Wenn er aber erlangt hat, was er begehrte, so drückt ihn alsbald der Vor­wurf seines Gewissens, weil er seiner Lei­denschaft gefolgt ist, die ihm den Frieden nicht gibt, den er ſuchte.

Also durch Widerstand gegen die Leiden­schaften wird der wahre Friede des Herzens gefunden, nicht aber in ihrer Dienstbarkeit.

Darum ist kein Friede in dem Herzen des Fleischlichen, feiner in dem, der dem