Druckschrift 
Besuchungen des Allerheiligsten Altarssakramentes und der allzeit unbefleckten göttlichen Mutter Maria / vom heiligen Alphons Maria von Liguori, Bischof von St. Agatha der Gothen, Stifter des Ordens vom heiligsten Erlöser. Nebst Morgen-, Abend-, Meß-, Beicht-, Kommunion- und zahlreichen anderen Gebeten und Betrachtungen aus den Schriften desselben Verfassers [...]
Entstehung
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Seele eine noch so große Sünderin, so kann Gott, nach der Versicherung Davids, ein Herz nicht verschmähen, das seine Sünden in Demuth bereut.

2. Das Gebet muß vertrauensvoll sein. Der heilige Geist versichert uns, Niemand sei getäuscht worden, der sein Vertrauen auf Gott gesetzt habe. Wer ist verschmäht worden, der Ihn ange­rufen? Ecclesiasticus 2, 12. Der Herr sprach zur heiligen Gertraud, daß, wer Ihn vertrauensvoll anrufe, Ihn gewisser­maßen nöthige, sein Gebet in Allem zu erhören. Das Gebet, sagt der heilige Johannes Klimatus, thut dem Herrn Gewalt an, aber eine Gewalt, die ihm angenehm und lieb ist. Warum läßt sich Jesus Christus im Gebete des Herrn, das Er uns zur Erlangung aller zu unserm Heile nöthigen Gnaden gelehrt hat, nicht Gott, nicht Herr, nicht Richter, sondern Vater, Vater unser nennen? Weil Er will, daß wir Gott mit dem­selben Vertrauen um seine Gnade an­flehen, mit dem ein armer oder Franker Sohn seinen eigenen Vater um Nahrung oder Hilfe bittet. Ist ein Sohn dem Hungertode nahe, so darf er es nur