Unterricht vom Gebete.
zu Rom um ihre Fürbitte angeht 1), so dürfen wir der sicheren Ueberzeugung leben, daß die Fürbitte jener reinen Magd des Herrn, die der H. Geist dreimal gebenedeit nannte, und die Fürsprache aller verklärten Geister, weit mehr vermag.
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4. Wie unser Gebet beschaffen sein müsse.
Soll das Gebet des Christen Gott wohlgefallen und von Ihm erhört werden, so muß das Herz des Betenden
1) rein von schweren Sünden sein, oder wenigstens Neue darüber empfinden, und nach Reinheit der Seele streben; denn der Herr ist fern von den Gottlosen, aber das Gebet des Gerechten erhört Er." 2)
2) Das Gebet muß aus lebendigem Glauben hervorgehen; Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen." Ohne diesen Glauben kommt das Gebet weder vom Verstande und aus Ueberzeugung, noch rührt es aus dem Herzen. In diesem Glauben wird
3) der Christ, gleich dem Zöllner im Tempel 4), auch demüthig beten, indem er seine Unwürdigkeit vor Gott fühlt. Gott widerstehet den Stolzen, den Demüthigen aber gibt Er Gnade." 5)
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Außer diesen Eigenschaften haben wir im Bittgebete noch ferner zu beobachten:
4) eine besondere Ordnung in Hinsicht der Gegenstände, die uns Gott gewähren soll:„ Suchet zuerst das Reich Gottes und dessen Gerechtigkeit, das Uebrige wird euch als Zugabe zu Theil werden." 6) Wir sollen mithin vorerst um Güter der Seele anhalten, um Verzeihung der Sünden, um Gnade der Erleuchtung zur Erkenntniß des göttlichen Willens und unserer Fehltritte, um Stärke, Wachsthum und Ausdauer im Guten, alsdann dürfen wir auch um zeitliche Güter, um Gesundheit, Unterhalt, Segen in unseren Geschäften und um Abwendung zeitlicher Uebel, um Hinwegnahme oder Linderung unserer Leiden und Trübsale beten. Dies lernen wir aus der vierten Bitte im Vater unser, und dasselbe lehrt uns Jesus am Delberg durch sein Beispiel. Doch soll es
4) Luc. XVIII.
1) Röm. XV. 30.- 2) Sprüchw. XXVIII.- 3) Hebr. XI. 5) Jac. IV.- 6) Matth. VI.


