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Gebet- und Erbauungsbuch für katholische Christen / hrsg. von J. B. Devis, S. J., vormaligem Pfarrer zu Cöthen
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Unterricht vom Gebete.

durch Genugthuung mit Ihm wieder auszusöhnen habe. Wenn wir endlich ohne Gott Nichts, durch Ihn aber Alles vermögen, so müssen wir schon nach dem Gebote der Selbst- und Nächsten­liebe diese unsre Ohnmacht anerkennen und uns mit unseren Anliegen zu Ihm wenden, der als der Allwissende unsere Noth kennt, als der Allmächtige ihr abhelfen kann, und als der All­gütige ihr auch abhelfen will, wofern wir darum anhalten. Bittet, sagt Christus), so wird euch gegeben werden." Und wieder 2): Wahrlich, wahrlich sage Ich euch, wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird Er euch geben. Bittet, so werdet ihr empfangen, auf daß eure Freude vollkommen sei."

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So geht denn aus der Betrachtung des Verhältnisses, in dem der Mensch zu Gott steht, klar hervor, daß er oft zu beten schuldig sei. Denn die Erweckung und Aeußerung unserer Ehr­furcht, Liebe, Huldigung und Reue über unsere Sünden, das Vertrauen zu Gott nebst der Bitte, Er möge unserer Schwach­heit zu Hilfe kommen, die Aufopferung unserer guten Werke und Vorfäße, alle diese Handlungen, zu denen wir streng ver­pflichtet sind, heißen Gebet. Und so darf es auch Niemand befremden, wenn der H. Paulus uns zuruft): Betet ohne Unterlaß." Auch ist's nicht übertrieben, wenn der gelehrte Bischof Massillon meint: ,, Ein Christ, der nicht betet, sei ein Mensch ohne Gott, ohne Gottesdienst, ohne Religion und ohne Hoffnung." Zudem hängt noch das Gebet mit dem christlich tugendhaften Lebenswandel unzertrennlich zusammen, den wir ohne Gebet entweder gar nicht, oder doch nicht lange führen werden. Wer gut zu beten weiß, sagt der h. Kirchenlehrer Augustin, der weiß auch gut zu leben." So wie nun das gottgefällige Leben für jeden Menschen Pflicht ist, so auch die öftere Unterhaltung mit Gott.

Wie nothwendig und wichtig, wie heilsam und nüßlich das Gebet sei, lehrt uns der göttliche Heiland nicht blos durch Worte, sondern auch durch sein eigenes Beispiel, indem Er oft und viel betete, bei Tag und bei Nacht, während seines Lebens, Leidens und Sterbens. In Ausübung der Pflicht des Gebets folgten dem göttlichen Heilande alle seine Jünger, alle Heiligen und Freunde Gottes.

1) Luc. XI. 9.- 2) 3oh. XVI. 23.- 3) 1. Thes. V. 17.

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