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Gebet- und Erbauungsbuch für katholische Christen / hrsg. von J. B. Devis, S. J., vormaligem Pfarrer zu Cöthen
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Unterricht vom Gebete.

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1. Was beten heiße.

Beten heißt sein Herz zu Gott erheben und sich mit Ihm durch fromme Gedanken und Empfindungen unterhalten. Jeder Ge­danke an Gott also und jeder Ausblick zu Ihm ist Gebet, wenn derselbe mit frommer Nührung verbunden ist. Wer mithin an Gott oder an seine unendlichen Vollkommenheiten denkt, und sich dabei von Freude, Ehrfurcht, Liebe, Bewunderung u. s. w. durch­drungen fühlt, der betet; wer die vielen Wohlthaten, die er von seinem Schöpfer, Erhalter und Vater empfangen hat, überdenkt, und dabei vom Gefühle der Dankbarkeit ergriffen ist, der betet; wenn Jemand bei Gefahren, in welche seine Unschuld und Tu­gend gerathen ist, im Bewußtsein seiner Ohnmacht Gott um Beistand anfleht, so betet er; wenn er sich endlich im Schmerz über seine Sünden zu Gott wendet, und es beweint, daß er sei­nen Vater beleidigt, seinen Richter erzürnt und sich von seinem höchsten Gute, dem letzten Ziele aller Dinge, entfernt habe, wenn er um Vergebung der Sünden fleht, und Heiligkeit des Wan­dels verspricht, so betet er.

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Beten ist demnach sehr leicht. Jedermann vermag an allen Orten und zu allen Zeiten sein Herz mit frommer Gesinnung zu Gott empor zu schwingen. Nicht viele, nicht gesuchte und künst­liche Worte werden erfordert, wenn wir uns mit Ihm unterhal­ten wollen, sondern bloße Gedanken, begleitet von aufrichtiger, inniger Gemüthserhebung, reichen dazu hin. Ein Gebet, das blos in Gedanken, z. B. in stiller Bewunderung der Größe und Allmacht Gottes, besteht, heißt ein innerliches oder beschau­liches Gebet, oder auch Betrachtung; besteht es aber in äußer­2*