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Himmelsleiter oder vollständiges katholisches Gebetbuch mit vielen Belehrungen und Betrachtungen aus den Missionsandachten und Meßgesängen / von Fr. H. Reinerding, Dr. der Theol. und Philos. u. Prof. d. Theol. im "S. Cuthbert's College Ushaw bei Durham" in Nordengland. Mit einem Stahlstich und Goldtitel. Mit bischöfl. Approbation
Entstehung
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Zweite Betrachtung.

von dem Kreuzestode deines Erlösers geworden! Wie sollst du das nicht beweinen!

Erwecke daher auch den festesten Vorsaß, künftig nim­mermehr, was es auch kosten möge, durch Hintenanseßung deiner Bestimmung in eine Sünde zu fallen, und diesen Vor­sag opfere den göttlichen Personen, insbesondere aber auch dem göttlichen Heilande auf.

Gemüthsbewegungen zu dieser Betrachtung. a) Acte des Glaubens. Ach, was ist doch, mein Gott! die Sünde, nach Gebühr bestraft! Ja, es gibt Nichts, und es läßt sich auch Nichts denken, was in den Augen dei­ner Gerechtigkeit verabscheuungswürtiger, als die Sünde wåre, indem du, mein Gott! die Gerechtigkeit und Barmher­zigkeit, sie so bestrafst. Sie ist wahrhaft ein unendliches llebel, wie du, mein Gott! das unendliche Gut bist.

b) Acte der Reue. llnd dennoch habe ich so oft und so schwer dich, meinen Gott, beleidigt. Ach, warum haben sich nicht alle Kräfte der Natur als Werkzeuge deiner Gerechtig feit gewaffnet, um mich unwürtiges Geschöpf vom Erdboden zu vertilgen? Warum hat die Hölle nicht längst ihren fürch terlichen Rachen geöffnet, um mich zu verschlingen, der ich mehr, als so Viele in der Hölle, ein solches Loos verdient habe? Denn, was habe ich nicht gethan? Ich, der ich dir, mein Gott! aus so vielen Gründen Gehorsam schuldig war, habe mich so oft gegen dich aufgelehnt und emport; mit mei nen Sünden habe ich, göttlicher Heiland! deine Hände und Füße durchbohrt und alle deine Glieder zerschlagen. Was gibt es daber Abscheulicheres, als ich Sünder es bin? Wie muß ich nicht, mein Gott! die Langmuth bewundern, welche du gegen mich gezeigt hast? Und nicht bloß Langmuth übst du gegen mich, du willst mir auch Verzeihung werden lasſen, wenn ich sie nur mit zerknirschtem Herzen suche. Denn, hast du nicht deinen eingebornen Sohn dazu in den Tod gegeben, um mich auf seine Genugthuung begnadigen zu können? Hat dieser nicht für meine Sünden sein ganzes kostbares Blut ver goffen? Diese Gnate soll mir nicht vergebens angeboten sein. In der tiefsten Betrübniß meiner Seele bereue und verab­scheue ich raher alle Sünden, mit welchen ich dich von mei ner ersten Kindheit an beleirigt habe, und nehme mir fest vor, künftig lieber Alles zu leiden und zu verlieren, als dich,