Druckschrift 
Maria, du Königin der Märtyrer, Zuflucht der Sünder und Helferin der Christen, bitt für uns! : vollständiges Gebetbuch für fromme Verehrer Mariä ; zugleich als Wallfahrtsbuch [...] insbesondere zu dem Gnadenorte Bornhofen zu gebrauchen / hrsg. von Jos. Aloys Krebs
Entstehung
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XXI

der an zu essen, und erhält seine vorige Gesundheit fammt den Kräften.

Anno 1685 ist Johannes Hartmann, ein zwanzigjähriger Jüngling von Limburg an der Lahn, mit entsetzlichen Kopf­und Zahnschmerzen lang erbärmlich geplagt worden. Er sucht Hülfe bei Maria zu Bornhofen, thut ein Gelübde, dero Gna­denbild zu besuchen, und wird gleich aller Schmerzen ledig.

2. Ein Bürger von Gundershausen auf dem Hunsrücken ist ein ganzes Vierteljahr gichtbrüchig zu Bett gelegen, auch von allen incurabel gehalten worden. Es kommt ungefähr zu ihm Bruder Henricus von Trier, Layen- Bruder, Kapuziner des Klosters Bornhofen, worüber der kranke Mann sich sehr erfreuet, begehret von ihm erstlich etwas von dem gesegneten Flandrischen Wachs, und nimmt es ein. Zweitens bestellt er bei ihm zwei heilige Messen an dem Gnaden- Altar zu Bornhofen: wonach er gleich vom Bett aufgestanden, nach Bornhofen kommen, und seiner Arztin gedanket.

Anno 1686 ist zu Dommersheim ein erschrecklicher Brand entstanden, welcher schier das halbe Ort verzehret. Da nun fast Alle den Pfarrhof zu erhalten, dahin eiltent, ist ein gewisses Weib zu Haus geblieben. Da sie aber das Feuer auch zu ihrem Haus mit dem Wind herzufliehen, anbei von keinem Menschen eine anhoffende Hülfe gesehen, erhebt sie Herz, Augen und Hände gegen Himmel zu jener, welche den Brand des göttlichen Zorns gelöschet, verspricht bei ihrer Gnadenbildniß zu Born­-hofen 3 heilige Messen: worauf sie augenblicklich gesehen das Feuer von ihrem Haus weichen, als wenn es von einer unsicht­baren Hand wäre zurück getrieben worden, ist also ihr Haus unbeschädigt geblieben.

Anno 1690 haben sich Johann Conrad Trier, Bürger der Stadt Cochem, Schreiner seines Handwerks, und Elisabetha, feine eheliche Hausfrau, nach devastirter Stadt Cochem eine Zeitlang zu Bornhofen häuslich niedergelassen. Sie hatten da mals einen neunjährigen Sohn, Namens Philippus, welcher vom 3ten Jahre seines Alters an den Füßen also lahm gewesen, daß er ohne 2 Krücken weder gehen noch stehen konnte. Alle angewandten Mittel waren vergebens: versprechen also beide Eltern eine heilige Meß an dem Gnaden- Altar lesen zu lassen, welche auch P. Adamus von Cochem, Kapuziner, im Beisein dieses lahmen Kindes gehalten; nach der Meß ist zwar das Kind mit seinen Krücken nach Hause gegangen, aber alsbald zu seiner Mutter gesprochen: Mutter! ich hätte Lust und ginge allein. Die Mutter antwortet: das thue, mein Kind. Der Knabe legt gleich die Krücken beiseits und gehet ohne einige Beihülfe ganz grabe die Stube auf und ab; ist auch also verblieben, und die