Druckschrift 
Tägliches Handbuch in guten und bösen Tagen, enthaltend Aufmunterungen, Gebete und Gesänge für Gesunde, Betrübte, Kranke und Sterbende wie auch Sprüche, Seufzer und Gebete den Sterbenden vorzusprechen nebst Fest-Andachten ... und einem täglichen Gebetbüchlein für Schwangere, Gebärende, Wöchnerinnen und Unfruchtbare / von Joh. Friedr. Stark ...
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Danksagung bei Entwöhnung ihres Kindes.

457

3. Gott hat mein Gebet erhöret, Denn als ich in Nöten schrie, Hat er sich zu mir gekehret Und gesprochen: ich bin hie! Ich bin hier, will dich erretten Und an deine Seite treten; Ich war, da du riefest mir, Gar nicht ferne mehr von dir.

4. Gott hat mein Gebet erhöret, Preiset mit mir alle Gott, Der da gnädiglich gewähret Alles das, was mir ist not; Der da liebreich den anfiehet, Der im Glauben zu ihm fliehet, Und zu mir in Trübsal spricht: Sei getrost, ich lass' dich nicht.

5. Gott hat mein Gebet erhöret, Traue ihm nur, wer du bist, Ich, ich bin es nun gelehret, Daß er unser Helfer ist; Gott kann schützen und auch decken, Und zu unsrer Hülf' ausstrecken Seine starke Hülfe­hand, Die mein Leiden hat gewandt.

6. Gott hat mein Gebet erhöret, Also sprech' ich, wo ich geh', Meine Freud' wird stets vermehret, Wenn ich seine Hülf' anseh'; Darum lern' auch Gott vertrauen Und auf seine Hülfe bauen, So wirst du auch, gleich wie ich, Hülf' erlangen gnädiglich.

Die gottfelige Mutter dankt Gott, wenn ihr Kind entwöhnt wird.

Aufmunterung.

Hat eine gottselige Mutter täglich für ihr Kind zu beten, so erneuert sich das Gebet, wenn nun das Kind soll entwöhnt werden. Denn ist das nicht eine große Gnade, daß Gott die Milch dem zarten Kinde ge­deihen lassen, daß es nunmehr gewachsen, stark geworden und an Kräften zugenommen, daß es ohne Milch kann mit Speise erhalten werden? Darum soll 1) eine gottselige Mutter Gott danken, daß er durch die Milch ihr Kind zu solcher Speise hat gelangen lassen, daß es nun durch andere Speise sein Leben erhalten kann. 2) Sie soll Gott danken, be­sonders wenn sie ihr Kind selbst gestillt, daß er ihr gesunde Milch gegeben, zu derselben seinen Segen verliehen, ja dadurch ihr Kind hat gedeihen lassen. 3) Sie soll Gott anrufen, er wolle auch dem Kinde nun die Speise segnen, es aufwachsen lassen zu seiner Ehre, und wie es an Jahren zunimmt, auch sein Herz mit den Gaben des heiligen Geistes erfüllen. 4) Und weil auch die Kinder um die Zeit sich zum Allein­gehen bequemen, so soll die gottselige Mutter Gott bitten, er wolle ihr Kind selbst gängeln, durch seinen heiligen Engel bewahren, vor schwerem Fall behüten, die geraden und gesunden Glieder erhalten, und also in seiner Gnade und Schutz von einem Alter zum andern gelangen laffen.